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Erst essen, dann lernen

Das neue Kantinengebäude der Grundschule École Voltaire in Tiergarten

Heutzutage werden immer mehr Schulen zu Ganztagseinrichtungen, in denen schon Grundschüler über... mehr
Heutzutage werden immer mehr Schulen zu Ganztagseinrichtungen, in denen schon Grundschüler über den Mittag hinaus unterrichtet oder betreut werden. Um auch Nachmittags noch mit klarem Kopf Buchstaben aufnehmen oder Addition und Subtraktion unterscheiden zu können, bedarf es einem abwechslungsreichen und gesunden Mittagessen. Vorab muss eine Schule erst einmal die notwendigen Räumlichkeiten für eine Kantine bieten. Der Wunsch ist da, doch meistens scheitert es am Platzmangel. Anders bei der französischen Grundschule École Voltaire in Tiergarten. In dem parkähnlichen Kontext der Schule stand noch ein Grundstück für das benötigte Kantinengebäude zur Verfügung.

Das Büro Martin Schmitt Architektur aus Berlin hat das schmale, langgestreckte Grundstück geschickt genutzt und einen lebendigen, spannungsreichen, zweigeschossigen Neubau realisiert. „Die Schülerkantine soll an eine architektonische Landschaft erinnern“, so die Architekten zu ihrem Entwurf. Im Innern muss es hingegen logisch zugehen, und es muss auf die internen und individuellen Schulabläufe Rücksicht genommen werden. Zudem benötigt das vielfältige Raumprogramm einer Schulkantine eine gut organisierte Raumabfolge: Über einen überdachten Freiraum gelangen die Schüler in den geräumigen Eingangsbereich mit Garderobe und separatem Sanitärtrakt. Zwei 2-flügelige Türen öffnen sich zu dem großen Speisesaal, in dem rund 130 Schüler Platz finden. Gut sichtbar ist an einer Seite die Essensausgabe positioniert, an die im rückwärtigen Bereich Essenszubereitung, Spülküche, Kühlräume, notwendige Lager und Nebenräume angrenzen. Im hochragenden Mittelteil im Speiseraum ist auf einer Galerieebene der Lehrerspeiseraum untergebracht. Einmal Platz genommen, lassen große und kleine, rechteckige und bandartige Fensteröffnungen überall den Ausblick ins Grüne zu.

Die Kantine ist als Holzrahmenbau errichtet, der Differenzierung und architektonische Gestaltung möglich macht und zugleich kostengünstig ist. Mit dieser effizienten, flexiblen und ökologischen Lösung konnten die Architekten ihre Auftraggeber überzeugen, die ursprünglich die Kantine mit vorgefertigten Raummodulen umsetzen wollten. Auch wenn der Holzrahmenbau eine intensivere Vorbereitung benötigt sowie sorgfältig geplante Details, ist die Ausführung vor Ort hingegen schnell: Der Rohbau war innerhalb von nur drei Wochen gestellt. Die Fassade wurde abschließend mit hitzebehandeltem Pappelholz verkleidet. Seit vergangenem September können Grundschüler und Lehrer die Mittagspause in ihrer eigenen Kantine genießen. Wenn jetzt auch noch die Qualität des Essens stimmt, erfüllt diese einladende, leichte und spielerische Schulkantine rundum ihren Zweck.

www.m2sb.de
Architekten: Martin Schmitt Architektur www.m2sb.de Fotos: Axel Hartmann... mehr

Architekten:

Martin Schmitt Architektur
www.m2sb.de

Fotos:

Axel Hartmann
www.ah-fotografie.de Silke Mayer
www.imagine-this.de