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Bauen in der bewegten Stadt

Showroom und Laden in einem temporären Pavillon

Die Torstraße in Berlin-Mitte gehört vielleicht nicht zu den schönsten Straßen Berlins, wohl aber... mehr
Die Torstraße in Berlin-Mitte gehört vielleicht nicht zu den schönsten Straßen Berlins, wohl aber zu den interessantesten, denn sie hat sich zu einer Meile für hippe Möbelläden und andere trendsetzende Spots entwickelt. Genau der richtige Platz für den Modeladen „Happy Shop“, der zugleich als Ort für Tanzperformances und andere modeaffine Veranstaltungen dient. Und weil hier statt etablierter Marken vor allem junge, aufstrebende Labels feilgeboten werden, passt es ins Image, dass die Architekten Fingerle&Woeste den Laden als leichten, temporären Pavillon in eine Baulücke fügten.

Auf dem 800 m² großen Grundstück errichteten Kay Fingerle und Eghard Woeste einen Holzskelettbau mit 200 m² Nutzfläche. Die Innenverkleidung besteht aus Seekieferplatten, die hinterlüftete Vorhangfassade ist mit weißen und dunkelbraunen Faserzementplatten verkleidet, Betonplatten bilden den Boden. Die Netto-Baukosten beliefen sich auf schlanke 150.000 Euro. Die Straßenfassade mit ihren vertikalen Sequenzen heller und dunkler Faserzementplatten gestalteten die Architekten korrespondierend zum unablässig vorbei rauschenden Verkehr der Torstraße. „Ganz wie eine kinetische Plastik“, erklärt Architekt Eghard Woeste. „Nur dass sich in diesem Fall nicht die Plastik selbst bewegt, sondern die vorbeifahrenden Autos, Trams oder Radfahrer“. Und in deren Wahrnehmung entsteht mit dem sich ändernden Blickwinkel auf das Gebäude der visuelle Effekt einer flirrenden Längsbewegung.

Der Pavillon setzt sich aus drei unterschiedlich großen und farbigen Gebäudekörpern zu­sam­men, in denen die Bereiche Verkauf, Atelier und Service angesiedelt sind. Vom violett gehaltenen Atelier, das u.a. als Änderungswerkstatt dient, gelangt man durch den grün gestalteten Servicebereich mit Küche, WC und Lager, in den Verkaufsraum. Er bildet mit einer Höhe von 5,80 m das größte Volumen, und wurde, weil er auch für Fashionshows und Performances genutzt werden soll, wie eine Bühne geplant: Die Kleiderstangen hängen an stählernen Traversen, die sich mit kleinen Motoren per Knopfdruck unter die Decke fahren lassen – wie Kulissen, die in den Schnürboden eines Theaters gehoben werden. Der obere Teil des Raums ist mit Kieferplatten verkleidet, die Wände unterhalb der hoch gefahrenen Kleiderstangen sind grau gestrichen. Diese Zweiteilung verweist auf die funktionale Differenzierung in „Bühne“ und „Bühnenhaus“. Der Shop bleibt so lange, bis die Lücke in vier bis sechs Jahren mit einem mehrgeschossigen Haus gefüllt wird, bis dahin bewahrt er dem Standort noch etwas vom Charme des Provisorischen.

www.fingerle-woeste.de
Architekten Fingerle&Woeste www.fingerle-woeste.de Fotos Kay Fingerle mehr

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Kay Fingerle