Durch die Brücke ins Licht

Josef Albers huldigte dem Quadrat – der Museumserweiterungsbau ermöglicht nun Sonderschauen

EJAM_Erweiterung_StefanMueller_A_01_19_700pixel

Mit der Schenkung von sechs Bildern und einigen Grafiken an seine Heimatstadt hat der Maler und Kunsttheoretiker Josef Albers den Grundstein für das Josef Albers Museum Quadrat Bottrop gelegt. Sie waren sein Dank für die 1970 verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt, die Josef Albers trotz der Schließung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten und seiner Flucht in die USA nie vergessen hat. Das daraus erwachsene Josef Albers Museum Quadrat befindet sich im denkmalgeschützten Stadtgarten und besteht aus der 1913 errichteten Amtsrichtervilla sowie den in den 1970er- und 80er-Jahren erfolgten Museumsanbauten des Bottroper Architekten Bernhard Küppers. Dessen drei Pavillons mit quadratischen Grundrissen, interpretiert nach Mies’ Barcelona-Pavillon, beherbergen den durch den Nachlass Albers auf mehr als 300 Werke angewachsenen Bestand. Um die weltweit einzigartige Sammlung zeigen zu können und zugleich Sonderschauen zu ermöglichen, wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, den Annette Gigon / Mike Guyer Architekten aus Zürich 2016 für sich entscheiden konnten. Im Oktober 2022 wurde der rund 1.800 m² große Erweiterungsbau mit der Ausstellung „Josef Albers. Huldigung an das Quadrat“ eröffnet.

Der zweigeschossige Neubau mit acht Ausstellungsräumen schließt sich in nordöstlicher Richtung an und wird durch eine Verbindungsbrücke vom Sammlungsteil aus betreten. Sogleich gibt ein groß dimensioniertes Fenster die Sicht auf den Park frei, wobei die Ausstellungsräume mit Größen zwischen 58 und 112 m² bewusst zurückhaltend gestaltet sind, um der Kunst Vorrang und Raum zu geben. Ein Rundgang führt auf Massivholzdielen aus hell geölter europäischer Eiche teils mäandrierend, teils geradlinig durch die Räume, wobei Ausblicke in den Park und Einblicke von draußen nach drinnen durch vier Fenster in alle Richtungen möglich sind. Der rechteckige Anbau – wohlgemerkt kein Quadrat! – erhält dadurch viel natürliches Licht, welches durch ein dimmbares, indirektes Kunstlichtband mit LED und Reflektor im Sheddach ergänzt wird. Auf der Parkebene befinden sich zudem die Räumlichkeiten für Museumspädagogik, Kunstdepot, Werkstatt, Fachbibliothek, Büros und Technik. Die Hülle des Ergänzungsbaus bildet eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade aus großformatigen pulverbeschichteten Metallpaneelen in Schwarzbraun mit tiefmattem Perlglimmer, die sich harmonisch in die Parklandschaft einfügt.

www.gigon-guyer.ch

Fotos:

Stefan Müller
www.stefanjosefmueller.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 04|22)

Architekten:

Gigon Guyer Architekten
www.gigon-guyer.ch

Lichtplanung:

Institut für Tageslichttechnik Stuttgart
www.ift-stuttgart.de

Akustik, Bauphysik:

Agradblue
www.agradblue.com

Außenanlagen:

Büro Drecker
www.drecker.de

Nothing found.

Expressiv Stützenfrei

Ein Büroneubau in Marsdorf bietet Kita, Cafeteria und kollaboratives Arbeiten

Klar, präzise, dauerhaft

Ein Einfamilienhaus hält die Balance zwischen Massivität und Wärme

Klare Struktur in Rekordzeit

Eine Gesamtschule in Velbert nutzt die Hanglage und setzt auf Cluster

Nothing found.

Aussen_Luftbild_15_700pixel

„Das schwarze Schaf“

Modernes Wohnen im charakterstarken Einfamilienhaus mit unverbaubarem Blick

Durchdachter Wohnpark

Moderne Architektur und Stadtplanung gehen bei diesem Bauvorhaben in Bochum Hand in Hand

print-0022_15_700pixel

Nachhaltiges Arbeitsumfeld

Das neue Work Inn im Haniel Campus in Duisburg greift den Umweltgedanken auf

20140623_181425_19_700pixel

Weniger ist manchmal mehr

Der Cube Garden in Krefeld strahlt dank seiner minimalistischen Gestaltung Ruhe aus

Ansicht-Ecke-Berswordtstrasse_Ausschnitt_15_700pixel

Ensemble mit Strahlkraft

Das Berswordt-Quartier in Dortmund spielt geschickt mit Klinkern sowie Vor- und Rücksprüngen

DSC_3113x_b_15_700pixel

Bezahlbare Wohnqualität

In Duisburg gelingt geförderter Wohnungsbau mit ansprechender Architektur

Aus zwei wird eins

Ein Logistikunternehmen legt seine Standorte zu einer maßgeschneiderten Bürowelt zusammen

GSG_Dortmund__MG_7367_aha_6-2023_19_700pixel

Bunte Mischung

Die Architektur einer Gesamtschule in Dortmund weckt die Lust am Lernen