Mittendrin in Ehrenfeld

Ein früheres Industrieareal wird in ein offenes und grünes Wohnquartier transformiert

Bildausschnitt-vera-ndern-Asphalt-und-Himmel-anpassen-_FRD4560_15_700pixel

Das Grundstück war brachliegend – ein ehemaliges Werkgelände in Ehrenfeld, verkehrsgünstig gelegen zwischen Leyendecker- und Christianstraße. Der Norden wird durch die „gewachsene Stadt“ begrenzt, südlich gliedern sich dagegen eher heterogene Baustrukturen um das Areal. Die Quartiersentwicklung wurde vom Kölner Planungsbüro Ute Piroeth Architektur entwickelt und von vier unterschiedlichen Bauherren umgesetzt. So konnten die Nutzungsprogramme ganz unterschiedlicher Trägerformen baulich in einem Quartier umgesetzt werden: Neben einer Kita kamen Wohnbebauungen für eine Baugruppe sowie freifinanzierter und geförderter Wohnungsbau zur Umsetzung – jeweils mit spezifischen Wohn- und Grundrisskonzepten. Nur so konnte es gelingen, ein offenes und wirklich sozial durchmischtes Quartier zu realisieren.  

Das Areal wird durch eine äußere Blockstruktur geschlossen, wodurch ein ruhiger Innenbereich mit einer kleinteiligen Bebauung entsteht. Die Bebauung im Innenbereich bildet im Zusammenhang mit der Spielstraße, dem Quartiersplatz und den verbliebenen historischen Gebäuden einen neuen räumlichen Kontext aus. Die städtebauliche Struktur fügt sich dabei in den vorhandenen Stadtgrundriss ein. Eine differenzierte Adressbildung erfolgt im Innen- und Außenbereich über eine neue Durchwegung des Quartiers. Der Erhalt und die Integration der vorhandenen Bestandsgebäude aus dem 19. Jahrhundert sowie der historischen Wegeverbindung ist identitätsstiftend für das neue Quartier. Der Zusammenhang des Quartiers wird aber auch über die Architektursprache der Gebäude hergestellt – durch die Lochfassaden mit den charakteristischen Eckfenstern, die unterschiedlichen Gebäudehöhen und Loggien genauso wie den angewendeten Materialkanon aus Putz und Ziegel. Die Farben bestimmen und verbinden dabei das Quartier: Durch eine freiraumplanerisch gestaltete Spielstraße miteinander verbunden, ist das Quartier in einen nördlichen Bereich mit der Kita und der Wohnbebauung der Baugruppe strukturiert sowie einen größeren südlichen Bereich, wo im Kernbereich die Gebäude mit Eigentumswohnungen liegen, die von einer Blockrandbebauung mit gefördertem Wohnraum umgeben werden. Die rötlichen Farbsequenzen der Fassaden der Kita und der Baugruppe nehmen dabei konkret Bezug auf die benachbarten historischen Ziegelgebäude. Die verschiedenen Grüntöne südlich der Spielstraße reagieren zudem mit einem farblichen Komplementärkontrast, sodass die beiden Ensembles gestalterisch miteinander verbunden sind.

Alle Gebäude wurden dem Energiestandard KfW 55 entsprechend realisiert. Die technische Gebäudeausrüstung besteht aus einer Photovoltaikanlage, einem Blockheizkraftwerk und einer Luft-Luft-Wärmepumpenanlage. Eine extensive Dachbegrünung dient zugleich als Regenwasserrückhaltespeicher. Die von allen vier Bauherren in gleichem Maße getragene Freimachung des Grundstücks und Herstellung der öffentlichen Erschließung sowie der gemeinsam genutzten Quartiersgarage wirkte sich zudem besonders positiv auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts aus. Die gemeinschaftlichen und individuellen Freiräume werden durch die intensive Begrünung, Hecken und Baumbepflanzung zu einer grünen Aufenthaltszone gestaltet. Der grüne Außenbereich der Kita, die Dachbegrünung und die Dachterrassen ergänzen diese zusätzlich. Der Geländesprung von 3,5 m wird durch die Treppen, dem differenzierten Wegenetz sowie durch den Anstieg der Spielstraße planerisch aufgegriffen und verstärkt. Durch die Höhendifferenz können natürliche Abgrenzungen zwischen den verschiedenen Nutzungen hergestellt werden. Quartiersplatz und Spielstraße laden mit ihren vielfältigen Spielgeräten alle Generationen zur Teilhabe und Begegnung ein – auch über das Quartier hinausgehend. Die Nutzungen eines Stadtsalons, einer Werkstatt und eines Waschsalons, die im Sockelgeschos des Baugruppenprojekts untergebracht wurden, animieren zusätzlich zu spontanen Begegnungen und einem gemeinsamen Miteinander.

www.piroeth-architektur.de

Fotos:

Frank Reinhold
www.frankreinhold.com
Jens Willebrand
www.willebrand.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|22)

Nothing found.

Durchdachter Wohnpark

Moderne Architektur und Stadtplanung gehen bei diesem Bauvorhaben in Bochum Hand in Hand

Unsichtbare Metamorphose

Ein Bungalow im Hahnwald wird zum großzügigen Familiendomizil mit Gartenausblick

Fassade als Markenbotschafter

Ein neues Entwicklungs- und Innovationszentrum in Halfing setzt einen architektonischen Meilenstein

Sinnlich ehrlich

Ein Einfamilienhaus in Mönchengladbach verbindet flexible Funktionalität mit klarer Ästhetik

Nothing found.

Ins Grüne fließend

Ein Wohnhaus in Bonn-Röttgen wurde umfänglich saniert und harmonisch erweitert

maar_trintkreuder__-R-_Christian_Richters_Aussenansicht_19_700pixel

Behutsam Umgewidmet

Das historische Gut Maarhausen bei Heumar ist heute ein attraktiver Firmenstandort

_LP_6435Edit-Kopie_19_700pixel

Kompakt und doch fließend

Ein Einfamilienhaus in Bergisch Gladbach öffnet sich weiträumig zum Garten

063_jk010922_19_700pixel

Grossform und Cluster

Der Neubau des Gymnasiums in Lövenich schafft klare Orientierung und Identifikation im Kleinen

Monika_Lepel_innenarchitektur_portr_sw_QF_foto_Malik-2-_15_700pixel

Für viele viel verbessern

Monika Lepel über heutige Bürowelten, ihre Anfänge als Innenarchitektin und das Stadtbild der Zukunft

Ardere-WEB-HeaderV2_700

Handgefertigt in Köln

Gofurnit designt und baut Leuchten mit Liebe zum Detail