Behutsames Update

Das Marie-Curie-Gymnasium in Neuss-Furth hat seinen Naturwissenschaftstrakt modernisiert

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Das Marie-Curie-Gymnasium hat seit fünfzig Jahren seinen Hauptstandort an der Jostenallee in einem 1914/15 errichteten neoklassizistischen Bau, der vorher viele jahrzehntelang eine Berufsschule beheimatete. Aus dieser Nutzungsphase stammen auch die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Werkstattgebäude in der benachbarten Plankstraße, die für den naturwissenschaftlichen Unterricht genutzt werden. Dieser stellt wiederum einen besonders wichtigen Schwerpunkt des Gymnasiums dar. Das Kölner Büro synarchitekten erhielt in einer Direktbeauftragung der Stadt Neuss den Zuschlag für eine umfängliche energetische Sanierung und Modernisierung des Gebäudeensembles. 

Das dreiflügelige Gebäude, dem ein separierter Gebäudeblock angegliedert ist, sollte erhalten und saniert werden, wobei es zunächst einmal um eine Entfernung sämtlicher gesundheitsgefährdender Schadstoffe ging. Bei den Umbaumaßnahmen der Räume für Unterrichtszwecke in den frühen 1970er Jahren waren Asbest in verschiedenen Bauteilen und polychlorierte Biphenyle (PCB) in Anstrichen verwendet worden – entsprechend war eine komplette Entkernung des Gebäudes unumgänglich. Anschließend wurde die aus der Entstehungszeit stammende Ziegelfassade aufgearbeitet. Der gesamte Schultrakt erhielt neue, wärmegedämmte Fensterflächen mit einem außen liegenden Sonnenschutz. Das historische Dachtragwerk konnte erhalten werden. Es erhielt eine neue Aufdach-Dämmung, die Dacheindeckung wurde mit einer Zinkstehfalz-Dacheindeckung erneuert. Der zwischen den Gebäuden situierte WC-Trakt unterlag den Auflagen des Denkmalschutzes: Entsprechend mussten kleinformatige weiße Fliesen verwendet und die originalen Holz-Zugangstüren aufgearbeitet werden. Eine vollständig neue Haustechnik, mit gesteuerter Lüftung und Absauganlage für das Chemie-Labor sowie die Ausstattung der Räume mit multifunktionalen Tafeln und einer deckenintegrierenden Medienversorgung, rundeten das eigentliche Sanierungsprogramm ab.

Um die Flächen effizienter zu nutzen und Wegeführungen klarer zu gestalten, wurden im gleichen Zuge aber auch die Räumlichkeiten neu geordnet: Der Zugang in den größeren Gebäudeteil erfolgt nun über ein großzügiges Foyer, das mit seinen wandintegrierten Sitzmöglichkeiten aus Holz für Aufenthaltsqualität sorgt. Hierzu musste das Gebäude um etwa 60 m2 zum Innenhof erweitert werden – auch dem Sammlungsraum verhalf das zu mehr Platz. Zusätzlich zu sieben Klassenräumen für die Fächer Physik, Chemie und Biologie, einem Chemie-Labor und mehreren Sammlungsräumen entstanden zwei neue Mehrzweckräume, die flexibel genutzt werden können. Um den Haupteingang zu dem Gebäudeensemble klarer zu markieren, wurde an der Hofseite ein multifunktionales, farblich abgestimmtes Betonfertigteil umgesetzt. Es ist Überdachung, Sitzbank und einladende Geste zugleich.

www.synarchitekten.de

Fotos:
synarchitekten

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 02|23)

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