Grüne Lebenslust

Auf kleiner Fläche mit wenig Licht entstand ein ganz besonderer Großstadtgarten

Datei-48_15_700pixel

Die gründerzeitlich geprägten Quartiere in Hamburg sind begehrt. Ganz typisch ist die meist geschlossene Blockrandbebauung mit einem nicht öffentlichen Innenhof, der von altem Baumbestand und vielen, sich aneinander reihenden Gärten geprägt ist. Das gilt auch für den vorliegenden, mit 171 m2 eher kleinen Garten, der zu einer Erdgeschosswohnung gehört. Die Eigentümer:innen wünschten sich vom Gärtner und Landschaftsarchitekten Soeren von Hoerschelmann einen auch bei schlechtem Wetter bewohnbaren Gartenraum, der eine gewisse Privatsphäre ermöglicht. Herausfordernd waren die komplette Versiegelung mit Betonpflaster und der geringe Lichteinfall aufgrund der hohen Bäume und Häuser.

Mit der modernen Interpretation der „sunken gardens“, der englischen Gartenarchitektur um 1900, ist ein klassischer Garten entstanden, der aber nicht historisierend oder verkünstelt daher kommt. Hier bildet der mit Granitblockstufen eingefasste Senkgarten einen erfahrbaren Raum in dem ansonsten ebenen Gelände. Die lange, schmale Geometrie wird durch Hecken gegliedert. So entstehen unterschiedlich tiefe Räume, in denen die Pflanzen wachsen und durch die man sich hindurch bewegt. Dadurch wirkt der Garten größer als er ist. Wie in einer Wohnung auch, betritt man über einen „Flur“ eine Abfolge von Räumen, die sich wie selbstverständlich zur Nutzung anbieten. Die Bepflanzung des Gartens ist dem Schatten und Wurzeldruck durch die hohen Bäume angepasst. Ausgewählt wurden Tellerhortensien, Traubensilberkerze, Herbstkopfgras, Schattenseggen, Elfenblumen, orientalische Lilien, Goldjohannisbeeren, europäische Eiben, japanische Prachtglocken und Kupferfelsenbirnen. Die Rhododendren wurden umgesetzt.

Das Lamellendach schützt vor neugierigen Blicken, Regen sowie allem, was von den Bäumen fällt und lässt sich bei Bedarf auch öffnen. Hier kann fast ganzjährig im Grünen „gewohnt“ werden. Ein Lamellendach ist ein eher sperriger Baukörper, der nicht in jeder Situation eine „gute Figur“ macht. Hier ist es gelungen, seine Wirkung in eine Balance mit der restlichen Anlage zu bringen: Stark genug als Anziehungspunkt, aber nicht alles bestimmend. Die Lage und die Einbettung inmitten von Pflanzen weisen ihm die richtige Rolle zu. Der helle Granitbelag reflektiert das wenige Licht. Dieser Extremstandort wird dadurch freundlich und hell. Dieser Garten gehört zu den ausgezeichneten „50 schönsten Gärten des Jahres 2023“ die im gleichnamigen Buch des Callwey-Verlags vorgestellt werden.

www.gaertenvonhoerschelmann.de

Fotos:

Angela Franke
www.angelafranke.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 01|23)

Nothing found.

Leise an Lauter Stelle

Neubau eines Wohngebäudes inmitten der Münchner Altstadt

Erneuert und doch erhalten

Die Ossendorfer Gartenhöfe ersetzen eine alte Wohnsiedlung nachhaltig und ohne Mietertausch

Multifunktional + majestätisch

Überraschend vielseitige öffentliche Mehrzweckhalle in Erding

Gimme Shelter!

Das Raumkonzept für eine ambulante Klinik für Innere Medizin unterstützt den Heilungsprozess

Nothing found.

AB_10-42-_19_700pixel

Denkmalgerechter Badespass

Das Poolhaus in einem historisch bedeutenden Garten ist ein wahres Juwel

EFH-Villa-in-_Hamburg-Othmarschen_15_700pixel

Der Weg hat sich gelohnt

So entstand ein maßgeschneidertes Haus voller Licht und Ausblicke am Wunschort

12_15_700pixel7zFPQKdDMAPWc

Lebendiger Zeitzeuge

Der ehemalige Getreidespeicher bleibt ein Arbeitsort

TOG_HausamDomplatz-Empfangstresen-2-_15_700pixel

Stadtspaziergang im Innenraum

Ein Flexible Work Space punktet mit einem einladenden Interieurkonzept

6050_Su-derfeld_2900_034_c_Daniel_Sumesgutner_15_700pixel

Zeitlos und nachhaltig

Im Quartier Süderfeldpark gehen Natur und Architektur eine Symbiose ein

3008_Lohsepark_Adrian-Schulz_100_19_700pixel

Wohnvielfalt am Lohsepark

Eine Studierendenwohnanlage und Park-Apartments bilden den südlichen Quartiersabschluss

IMG_8074-HDR_19_700pixel

Bauwende Pur

Zwei richtungsweisende Nullemissionshäuser in Hohenschönhausen

Ein echter Barmbeker Jung

Ein echter Barmbeker Jung

Der Neubau interpretiert die Bautradition modern und repariert die städtebauliche Situation