Nichts dem Zufall überlassen

Eine Dachgeschosswohnung in Flingern erhält durch Sichtachsen Struktur

_GTF2901-Kopie_15_700pixel

Zweifellos waren bereits die Voraussetzungen für den Umbau einer Dachgeschosswohnung in Flingern nicht die schlechtesten: Im Haus sind Tiefgaragenplätze vorhanden, es führt ein Aufzug bis in die obere sechste Etage und dann der Ausblick. Das Betrachten des Sonnenuntergangs über die Dächer des Stadtteils hinweg gehört seit Bestehen der neu gewonnenen Loggia zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der Bewohner. Auch René Brouns als verantwortlicher Architekt kann sich der Faszination für diese Immobilie kaum entziehen. Sein Büro Schwarzgold Architekten hat den anspruchsvollen Umbau innerhalb von zwei Jahren verwirklicht, nachdem es bereits die Firmenzentrale des Eigentümers realisiert hatte.

Ursprünglich waren verschiedene Bereiche auf knapp 160 m² Wohnfläche  verteilt, ohne dass ein Konzept erkennbar war. Dazu zählten ein Entree, eine offene Küche nebst Essbereich und zwei „Apartments“ mit Bädern en suite. Es galt, daraus ein schlüssiges Ganzes zu machen und die einzelnen Zonen stimmig zu verbinden. „Gelöst haben wir dies durch Sichtachsen. Wir haben die Flurzone geöffnet, wodurch eine Art Tunnel entstanden ist, der die neuen öffentlichen Räume zu einer Einheit formt“, erläutert der Essener Architekt. Schon beim Betreten der Wohnung deutet sich an, dass alles bis ins Kleinste entworfen wurde. Eine Wand und die Decke am Eingang sind blau gepolstert und schlucken jedes Geräusch. Gegenüber ist eine Spiegelwand platziert, die dem Bereich Weite gibt. Der warme Holzton der Eichendielen zieht sich fast über die gesamte Wohnfläche und findet sich als Einbaumöbel etwa im Badezimmer oder als Gestaltungselement im Küchentresen wieder. Die Küche und Galerie sind über zwei Ebenen geöffnet und durch eine schlichte weiße Treppe verbunden, die zur zweiten Wohnebene führt. Eine mit dem Bauamt hart umkämpfte Loggia mit Schiebefenster sorgt für viel Lichteinfall und bildet zugleich den Ausgang zum Austritt. Auf der Wohnebene wurden die bereits vorhandenen drei Terrassen saniert und mit für den Außenbereich behandelten Eichenholzdielen ausgestattet. Auch hier ließ Brouns große Fenster einbauen und entwarf zudem größtenteils die Inneneinrichtung. Mit welcher Detailverliebtheit und Präzision etwa die Küchenzeile mit ihrem rund 4,5 m langen Baldachin entworfen und gefertigt wurde, wie sich die Einbauschränke nahezu unsichtbar integrieren oder durch welche handwerklichen Fertigkeiten sich das Treppengeländer mit Leichtigkeit einfügt, erläutern Architekt und Bauherr interessierten Besuchern gerne am Tag der Architektur am 18. Juni 2022.

www.schwarzgold-architekten.de

Fotos:

Gregor Theune
www.gregortheune.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 02|22)

Architekten:

Schwarzgold Architekten
www.schwarzgold-architekten.de

Tragwerksplanung:

Scheuten Bautechnik Ingenieurgesellschaft
www.ibscheuten.de

Tischler:

Hencke und Meier
www.henckeundmeier.de

Treppenbauer:

Hokon
Telefon: 02302-780100

Fensterbauer:

Metallbau Puchalla
www.puchalla.de

Nothing found.

Klein Gebaut – groß gedacht

Das „Schwarze Haus im Grünen“ als Modell für modernes Bauen

Die Technik bleibt unsichtbar

Neubau mit Fokus auf biophiles Design setzt auf modulare Fassadenbegrünung

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Nothing found.

21_RKM740_19_700pixel

Panorama mit Reissverschluss

Der „Zipper“ in Heerdt besticht durch seine auffällige Fassade und den Nutzungsmix

Hofhaus Mit Pool

Ein großzügiges Einfamilienhaus aus Massivholz wirkt wie ein klassischer Backsteinbau

201128-WWH-015_19_700pixel

Zwillinge im Dialog

Gemeinschaftsdachgärten krönen die Attikageschosse des „WinWin“ im Medienhafen

Ehrlich und transparent

Die IHK Düsseldorf hat ihre Konferenzetagen erneuert und flexibler gestaltet

DDJ-WH-Schlag-038_15_700pixel

Gefundenes Nest

Ein Einfamilienhaus in Angermund bietet viel Licht und grüne Ausblicke

_JGF4594_19_700pixel

Tempel der Kontemplation

Viel Glas und hohe Decken machen die lichtdurchfluteten Räume eines Fitnesstudios zu einem Ort der Ruhe und Kontemplation

PK1203-182_15_700pixel

Transparente Leichtigkeit

Der neue Hauptsitz eines Energieversorgers in Willich gibt sich offen und flexibel

DSC00073_19_700pixel

Behutsames Update

Das Marie-Curie-Gymnasium in Neuss-Furth hat seinen Naturwissenschaftstrakt modernisiert