Außen kühl, innen warm

Der Eisberg: Ein nachhaltig gestaltetes, neues Wohnhaus in Holz-Hybrid-Bauweise in Moabit

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Eine schmale Baulücke in Moabit haben rundzwei Architekten mit einem Wohnhaus in Holz-Hybrid-Bauweise geschlossen. Zur Straße hin zeigt sich der „Eisberg“ mit seiner Fassade aus gewelltem, weißem Alumium kühl. Die nach Süden ausgerichtete Hofseite mit außen liegender Erschließung bietet viel Licht und großzügige Balkone. Das Niedrigenergiehaus wurde größtenteils aus wiederverwertbaren Materialien gebaut und nutzt das kleine Grundstück optimal aus: Auf nur 100 m² Grundfläche entstanden 20 barrierearme Mietwohnungen.

Vom Erdgeschoss bis zum 4. Obergeschoss ermöglicht die ungewöhnliche Geometrie komfortable Grundrisse für neun 2-Zimmer-Mietwohnungen mit jeweils circa 55 m² Nutzfläche. Die offenen Grundrisse verbinden Nord- und Südfassade, dadurch sind Querlüftung und Ausblicke in beide Richtungen möglich. Alle Wohnungen verfügen über ein Schlafzimmer mit Bad en suite sowie über einen Hauswirtschaftsraum. Im 5. und 6. Obergeschoss liegen zwei Maisonette-Mietwohnungen mit jeweils 96 m² Nutzfläche. Das Gebäude ist als Holzskelettbau mit tragenden Vollholzdecken, Fassadenelementen in Holztafelbauweise, Kalksandstein- und Stahlbetonwänden sowie Stahl- und Holzstützen realisiert. Soweit wie möglich wurden Holzfertigteile eingesetzt, um den Bauablauf zu beschleunigen und die Ausbauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Durch die statischen Aufbauten der Wände und Dächer erreicht das Gebäude den Niedrigenergiestandard (KfW 55). Die feuchtigkeitsabsorbierenden Holz- und Kalkputzoberflächen der Konstruktion und Innenwandbekleidungen sind offenporig und tragen so zur natürlichen Klimatisierung der Raumluft bei. Eine Fernwärme-Heizungsanlage versorgt die Fußbodenheizungen der Wohneinheiten.

Die Architekten legten großen Wert auf einfache, möglichst lokal produzierte und gleichzeitig funktionale Materialien: Anstelle von Glas wurden die Balkonbrüstungen und Treppenläufe mit einfachen Edelstahlnetzen gesichert. Der Fahrstuhl ist nur mit einer Streckmetallverkleidung versehen und leuchtend goldgelb lackiert. Statt aufwendiger Bodenbeläge entschieden sich die Architekten für Sichtestrichböden in allen Wohnungen. Die Holzdecken aus Fichtenholz ließen die Planer ebenfalls unverkleidet. Sie sind lediglich weiß geölt und damit perfekt abgestimmt auf die bodentiefen Holz-Aluminium-Fenster auf der Hofseite und die hölzernen „Sitzfenster“ an der Straßenseite. Bis auf Estrich und Putzflächen sind in dem Wohnhaus alle Baumaterialien nur mechanisch befestigt, um ein späteres Recycling zu erleichtern.

www.rundzwei.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|20)

Architekten:

rundzwei Architekten
www.rundzwei.de

Holzfassade und -fenster:

Zimmerei Sieveke
www.sieveke.de

Holz- und Betonrohbau:

Caerus Construction
www.caerus-construction.de

Metallbau und Geländer:

Uckermärkische Metallverarbeitung Prenzlau
www.uckermetall.de

Dachdecker:

Hanebutt Zörner Berlin
www.hanebutt.de

Aufzug:

SMW Aufzugsysteme
www.smw-aufzugsysteme.de

Trockenbau und Innentüren:

BTB Systembau
www.btb-systembau.de

Estrich:

Thiemer Werner Fußbodenservice
Telefon: 030-47411277

Maler:

Lüttgens Malerbetriebe
www.luettgens-malereibetriebe.de

Heizung und Sanitär:

Dörr Lübben
www.doerr-luebben.de

Elektro:

Manfred Küchenmeister
Antennen- und Elektroanlagen
www.mkuechenmeister.de

Fotos:

Gui Rebelo
www.elephantstudio.co.uk

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