Feldspat, Quarz und Glimmer

Ein Haus aus Granit als moderne Interpretation eines Waidlerhauses

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Was ursprünglich ein Haus aus Holz werden sollte, ist nun ein Haus aus Granit geworden. Der bislang unerprobter Baustoff hat das Experiment bravourös bestanden. Die Wahl des Steins war naheliegend, da der Bauherr selbst im familieneigenen Betrieb im Granitabbau und der Weiterbearbeitung tätig ist. Der Schauplatz ist der Bayerische Wald. Von dort stammt auch der Architekt: Es ist Peter Haimerl – bekannt für seine unkonventionellen Entwürfe. Er entwickelte diesen ganz und gar ungewöhnliche Bau eines Einfamilienhauses für ein junges Ehepaar. Ein Neubau auf den historischen Grundlagen eines Waidlerhauses, das typisch für die Region ist, war die Grundidee. Diese Häuser haben oft Jahrhunderte überdauert und prägten die Landschaft. Das neue Haus entstand am Hang am Rand eines Dorfes unweit von Deggendorf. Es verfügt über – modern interpretiert – genau die „Zutaten“, wie sie beim Waidlerhaus unverzichtbar waren: Die Gred, einen ebenen Platz vor dem Haus aus Granit, die Grand, einen Wassertrog aus Granit und die Flez, den langen Flur, von dem links und rechts die Räume abgehen. Nicht zu vergessen das Satteldach, spitz oder flach – je nachdem wie die Topographie der Landschaft es erforderte. Hier hat sich der einstige Trog allerdings in einen Pool hinter dem Haus verwandelt. Er ist aus einem Granitblock gehauen und wiegt satte 24 Tonnen. Das Dach ist extrem spitzwinklig und birgt u. a. die ins Obergeschoss integrierte Garage mit zwei Stellplätzen. Drei markante Granitkuben sind in das Haus hineingeschoben, einer umrahmt den Hauseingang, ein zweiter umschließt ein fast quadratisches Panoramafenster, das über dem Pool thront. Der dritte Kubus wirkt wie ein Raum, der aus dem Dach heraus gewachsen ist: Darin verbirgt sich das große Badezimmer. Die tragenden Aussenwände sind ebenfalls aus massiven Granitplatten, vorgefertigt angeliefert und bereits mit den Anschlüssen versehen. Alle übrigen Aussenflächen, das Dach und die Garagentür sind traditionell mit Schindeln verkleidet. Vorn geschlossen und hinten, zum Garten hin offen und über die ganze Längsseite verglast, bietet das Haus Schutz und Offenheit gleichermaßen. Aus Granit, Holz, Beton, Stahl und Glas wurde ein wunderbarer Lebensraum komponiert – edel, funktional und untrennbar verwoben mit seinem Standort.

www.peterhaimerl.com

 

Fotos:
Edward Beierle
www.beierlegoerlich.com

(Erschienen in CUBE München 04|23)

Architektur:

Peter Haimerl Architektur
www.peterhaimerl.com

Statik:

a.k.a. Ingenieure
www.aka-ingenieure.de

Heizung und Lüftung:

Haydn Ingenieure
www.haydn-ingenieure.de

Granit:

Kusser Granitwerke
www.kusser.com

Armaturen:

Vola
de.vola.com

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