Mit Fingerspitzengefühl

Neuausrichtung des Forum Velbert unter Wahrung der architektonischen Identität

Im Herbst 2023 wurde das Forum Velbert nach rund dreijähriger Umbauphase wieder als Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens an die Bewohner:innen der Stadt Velbert übergeben. Das 1979 von den Architekten Bernward von Chamier und Prof. Heinz Behrend entworfene Gebäude wurde mit viel Respekt vor den ursprünglichen Plänen zu einem Bürgerforum mit neuem Nutzungskonzept umgebaut. „Hier bot sich die äußerst seltene Gelegenheit, sich mit den Entwurfsverfassern auszutauschen. Es ist uns gelungen, substanzielle Veränderungen an dem ursprünglichen Werk so vorzunehmen, so dass ein harmonisches Ganzes entsteht“, freut sich Architekt Christian Kohl, der den Umbau im Auftrag der Velberter Kulturloewen plante und mit Vinci Facilities Solutions umsetzte.

Auf den ersten Blick von den architektonischen Details nahezu überwältigt, blieben Christian Kohl Architekten auf den zweiten Blick die Schwachstellen nicht verborgen: der Verschleiß der technischen Einrichtungen und die nicht mehr optimalen betrieblichen Strukturen. Die Aufgabe bestand darin, den erhaltenswerten architektonischen und emotionalen Kern des Gebäudes zu bewahren und für die Zukunft lebensfähig zu transformieren. Der westlich verortete Haupteingang wurde neu ausgerichtet und vertikal erschlossen. Das Foyer präsentiert sich jetzt zweigeschossig mit integriertem Treppenturm. Sichtbeton und Weiberner Tuffstein kleiden die Wände im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss  aus. In nördlicher Ausrichtung befinden sich nun die erweiterten Mehrzwecksäle. Dafür wurde die bestehende zweigeschossige Mantelbebauung des Theatersaals um ein Geschoss ergänzt und erweitert. Auch wenn das Forum Velbert von außen kaum, nämlich nur an der Nord-West Seite, sichtbar im Bauvolumen verändert wurde, haben sich die inneren Funktionen und Raumbezüge in vielen Bereichen verändert. Geblieben sind der Theatersaal und die Mehrzwecksäle sowie der Kern der umlaufenden Galerieumgänge. Die Bibliothek, die Volkshochschule (VHS), die Kunsträume der Musik- und Kunstschule, der Familienpunkt und die Cafeteria sind neu hinzugekommen oder wurden im Gebäude neu verortet. In den Abendstunden setzt Lichtkunst im Foyer und auf der Dachlandschaft Akzente. Das innen verwendete Material und die Farbwelt erhalten und stärken die ursprüngliche Charakteristik. Die Rückwand des Foyers und die Eingänge zu den Mehrzweckräumen wurden farblich neu gefasst und nehmen Themen der Bodenfliesen und der Fassadenprofile auf, so dass der Galerieumgang mit seinem gläsernen Dach hervorgehoben wird. Die aktuellen Anforderungen an den Brandschutz wurden durch bauliche und technische Ergänzungen so umgesetzt, dass sie auf ein Minimum räumlicher und gestalterischer Eingriffe beschränkt werden konnten. Dies gilt vor allem für die Ergänzung der Rettungswege aus dem Saal und die Wege aus dem Obergeschoss der VHS, aber auch für die neuen Aufzüge zur Erschließung aller Geschosse oder die barrierefreien Sitzplätze im Theatersaal.

www.kohlarchitekten.de
www.kulturloewen.de

Fotos:

Velberter Kulturloewen
Kohl Architekten

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 01|24)

Architektur:

Christian Kohl Architekten
www.kohlarchitekten.de

Bauherr:

Stadt Velbert, vertreten durch Kulturlöwen Velbert
www.kulturloewen.de

Realisierungspartner PPP Verfahren:

Vinci Facility Services
www.vinci-facilities.de

Innenarchitektur Bibliothek:

Aat Vos
www.includi.com

Lichtplanung:

licht raum stadt
www.licht-raum-stadt.de

Außenanlage:

DTP
www.dtp-essen.de

Fachplanung TGA:

TP3 Ingenieure
www.tp3-tga.de

Fachplanung Tragwerk:

IBS
www.ibs-statik.com

Fachplanung Bühnentechnik:

Skena
www.skena.de

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