Widersprüche harmonisch vereint

Farbnuancen und Beleuchtung strukturieren ineinanderfließende Wohnzonen

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Können zwei eigentlich widersprüchliche Ansätze in einer Wohnung vereint werden? Das Architekturbüro Lotos hat darauf in einer Wohnung seine eigene Antwort gefunden. Diese verbindet den Wunsch des Bauherrn nach offenen Räumen, die fließend ineinander übergehen. Die Flächen weisen dabei eine eine klare Zonierung auf. Basis der Gestaltung ist ein ausgewogenes Lichtkonzept und ein ebenso harmonisches Spiel mit Farbnuancen bei den Oberflächen. Immer wieder überraschen außergewöhnliche Details.

Auffallend sind etwa die grau abgetönten Wände des offenen Koch‑, Ess- und Wohnbereichs, der fließend in den ganz in Weiß gehaltenen Flur übergeht. Ein Einbauschrank aus Eichenholz, gebeizt im Ton des afrikanischen Wengebaumholzes, stärkt die Rückwand des Wohnzimmer und grenzt ihn zum Flur hin ab. Leicht wirkt das dunkle Möbel durch die Lichtvoute am oberen Schrankabschluss. Indirekte Beleuchtung wie diese ist ein wiederkehrendes Stilelement, das durch eine gleichmäßige Ausleuchtung der Räume sowie dekorative Wand‑, Steh- und Hängeleuchten ergänzt wird.
Doch nicht nur Kunstlicht, auch das Tageslicht spielte bei der Gestaltung eine besondere Rolle. Dazu tragen beispielsweise die raumhohen, besonders breiten Glasschiebetüren bei, die den Wohnraum durch den Außenraum wie selbstverständlich erweitern. Dazu trägt auch der einheitliche Fußbodenbelag aus hellen, 1,50 mal 1,50 Meter großen Feinsteinzeugplatten bei, die vom Flur über den Wohn‑, Koch- und Essbereich bis hinaus auf die Terrasse verlegt sind. Die Fokussierung auf den sich nach draußen ausdehnenden Wohnraum wird schon beim Betreten der Wohnung deutlich. Wer aus dem Aufzug heraustritt, sieht quasi durch den Flur hindurch ins Freie. Nichts lenkt den Blick ab. Stauraum und Abstellfläche verbirgt sich hinter weißen Einbauschränken, die auch die offene Gäste-Garderobe einbinden. Die weißen Oberflächen der Einbauten finden sich in der Küche wieder, wo sie von schwarzen Akzenten kontrastiert und mit unterschiedlichen Lichtquellen kombiniert werden.

Und auch die Ankleide nimmt sich mit ihren schlichten weißen Einbauschränken zurück. Fast unmerklich wechselt der Bodenbelag. Immer noch in hellen Tönen gehalten, zieht sich durch den Bereich von Schlafzimmer und Ankleide ein Dielenboden aus Eichenholz. Eine Prise Exotik versprüht die Wandverkleidung am Kopfende des Bettes. Das aus pflanzlichem Material gefertigte Geflecht ist eines der eingangs erwähnten ausgefalleneren Details dieser Wohnung. Und auch im Badezimmer gibt es die besonderen Extras. Gewellte, spiegelnde Fliesen bilden den Spritzschutz an der Wand hinter der frei stehenden Badewanne. Licht setzt die Fläche wie ein Kunstwerk in Szene. Ganz unaufgeregt fügt sich hier in den Kontrasten die Harmonie ein.

www.lotos-innenarchitektur.de

Fotos:

Manfred Weber

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 01|23)

Innenarchitektur:

Lotos-Innenarchitektur
www.lotos-innenarchitektur.de

Architektur:

Schwan Weber Architektur
www.studio-swa.de

Fenster:

Schüco
www.schueco.com

Bodenbelag:

Porcelanosa
www.porcelanosa.com

Motiv-Tapete:

Architect papers
www.architects-paper.com

Sanitärkeramik:

BMD Baumanufaktur
www.baugruppe-west.com

Leuchten:

Occhio
www.occhio.de
Wever & Ducré
www.weverducre.com

Mobiliar, Tapeten:

Kelzenberg
www.kelzenberg.com

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