Wohnen statt parken

Ein nostalgisch anmutendes Wohnhaus in einem Hinterhof

MO16-MO_Mehrfamilienhaus-02-Perspektive-Aussen_15_700pixel

Im beliebten Szeneviertel Schöneberg wurde in einer ruhigen Hinterhoflage, einem ehemaligen Garagenhof, ein Mehrfamilienhaus als Solitär errichtet. Eine hohe Wohnqualität wurde von Anfang an angestrebt. Um dieses Ziel zu erreichen, und dem daraus entstehenden Anspruch gerecht zu werden, blieben die schützenswerten Bäume auf dem Grundstück erhalten, was einen erheblich höheren Aufwand bedeutete. Zusätzlich wurde zugunsten des Grünflächenanteils auf dem Grundstück ein Großteil der Pkw-Stellplätze in das Untergeschoss verlegt, weshalb der Bau einer Tiefgarage erforderlich war. Der Entwurf des Gebäudes stammt von Stephan Höhne Architekten aus Berlin und wurde gemeinsam mit LMT3 Architekten aus München umgesetzt.

Die Fassade des vierstöckigen Gebäudes geht auf den älteren Gebäudebestand der Umgebung ein, indem deren Putzstrukturen und Fassadenbänder adaptiert werden und so die Gebäudehülle zoniert. Um die Grünflächen als Hausbewohner:innen auch von innen genießen zu können, wurden die Grundrisse offen und mit großzügigen Balkon- und Terrassenflächen geplant. Im Innern des Hauses sind die öffentlichen Bereiche mit Eichenholzböden und die Wände mit lokalem Muschelkalkstein versehen, um eine klare Trennung mithilfe unterschiedlicher Materialien zu erzeugen.

Das Baugeschehen fand unter erschwerten Bedingungen statt, da man feststellen musste, dass der Grundwasserstand sehr hoch war, was entsprechende aufwendige Massnahmen zur Wasserhaltung erforderlich machte. Ein Beweissicherungsverfahren musste vorgenommen, d. h. ein Gutachter musste eingeschaltet werden, der zu dem Schluss kam, dass ohne eine Weiße Wanne nicht weitergebaut werden könne. Darüber hinaus musste angesichts der beengten Innenhofsituation die Baustelleneinrichtung auf der öffentlichen Straße vor dem Grundstück aufgebaut werden und jedes Bauteil mit dem Kran über das Dach des Vorderhauses gehievt werden. Kleinere Baustellengeräte, die schmal genug waren, wurden extra eingesetzt.

Trotz all dieser Handicaps und trotz der eingeschränkten Arbeitsstunden zum Lärmschutz der Nachbarn, wurde das Mehrgeschosswohnhaus innerhalb der geplanten Terminschiene und zu den vereinbarten Kosten erfolgreich fertiggestellt. Bodentiefe Fenster und große Balkone sorgen für lichtdurchflutete Wohnräume. Die gerundeten Balkone mit ihren schmiedeeisernen Aufsätzen wirken sehr nostalgisch. Mit seinem U-förmigen Grundriss fügt sich das Gebäude gut in die Nachbarschaft ein und könnte – sähe es nicht so blendend weiß und neu aus – durchaus für ein Haus gehalten werden, das hier schon lange steht.

www.lmt3.de
www.stephan-hoehne-architekten.de

Fotos:

Joerg Hempel
www.joerg-hempel.com

(Erschienen in CUBE Berlin 04|22)

Nothing found.

WENIGER IST MEHR

Im „Club Zukunft Düsseldorf“ auf dem EUREF-Campus wird die klimaneutrale Stadt gestaltet

Wohnen im Komponistenviertel

Junges Wohnquartier in alter Nachbarschaft in Weissensee

Lichtdurchflutete Arbeitswelt

Hocheffizientes Bürogebäude in der Maxvorstadt

Gelungene Überführung

Der Umbau eines ehemaligen Wochenendhauses begeistert die Bauherrin

Nothing found.

Leben auf der Halbinsel

Neubau in nachhaltiger Bauweise denkt Gemeinschaft neu

enter_wb_5896_15_700pixel

Wunderbar wandelbar

Neues Bürogebäude mit Fokus auf flexible Arbeitswelten

Regie führt das Licht

Innovativer Dachaufbau mit einer Reihe aus Betonrippen als Krönung eines alten Industriegebäudes

Neues Wohnen Orankesee

Behutsame Nachverdichtung mit vier Punkthäusern in Weissensee

3M4A6581_15_700pixel

Farben, Kontraste, Volumen

Ester Bruzkus – Meisterin der Innenarchitektur

SHND0027_15_700pixel

Verbindend

Die Innenarchitekten haben nicht nur die Möbel eigens für das Wohnheim entwickelt, sondern auch die dekorativen Beleuchtungs­elemente.

Relaxt kreativ gemütlich

Auftraggeber und Innenarchitektin designen als eingespieltes Team ein Büro der anderen Art