Nachbarschaft (er-)leben

Inklusives Wohnprojekt mit Café, vielfältigen Wohnangeboten, Dachterrasse und einer grünen Mitte

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„Wohnen, wie ich will!“ Unter diesem Motto entstand ein inklusives Wohnprojekt in einer modernen Wohnanlage in Furtwangen. Hier leben alle zusammen: Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, Alte und Junge, Singles, Paare und Familien. Jede und jeder bringt sich nach seinen Möglichkeiten in die Gemeinschaft ein und unterstützt seine Nachbarn, wie man sich das wünscht. Über seine Kubatur und seine Holzfassade fügt sich das Wohnhaus harmonisch in das städtische Umfeld. Der Standort im Stadtzentrum von Furtwangen ist gut gewählt: Die Wege zur Nahversorgung sind kurz und dennoch wohnt man naturnah. Bezahlbarer Wohnraum in zentraler Lage ist für junge Familien, Alleinerziehende sowie Senioren nur schwer zu finden und so wandern die Menschen oft in andere Kommunen ab. Der Stadtverwaltung ist es daher ein Anliegen, Vielfalt und Vitalität ihrer Stadt zu fördern. Es sind doch gerade unterschiedliche Bevölkerungs- und Altersgruppen, die einen Ortskern bereichern.

Ein Riegel und ein Solitär bilden den Baukörper, eine Glasgalerie, die „Grüne Mitte“, verbindet beide Teile. Gemeinsam mit der großzügigen Dachterrasse bietet sie Raum für Begegnung und Kommunikation. Die Galerie ist begrünt und auf allen Ebenen mit Begegnungsmöglichkeiten ausgestattet. Im Erdgeschoss betreibt eine Sozialstation eine Tagespflegeeinrichtung. Hier gibt es auch ein öffentliches Behinderten-WC. Das integrative Café mit zahlreichen Sitzplätzen öffnet sich zum Quartiersplatz mit Wasserspiel. Bei größeren Feierlichkeiten kann der angrenzende Gemeinschaftsraum der Hausbewohner zusammen mit dem Café angemietet werden. Das Büro und die Verwaltung der Sozialstation befinden sich in Teilbereichen des Erdgeschosses sowie im 1. Obergeschoss des Solitärgebäudes. Insgesamt sind in der zu 100 Prozent barrierefreien Wohnanlage 29 Wohnungen entstanden. Alle Zugänge sowie die Wohnungen selbst sind barrierefrei gestaltet, einige rollstuhlgerecht. Auf rund 215 m² gibt es eine Fünfer-Wohngemeinschaft für Menschen mit Handicap. Ansonsten werden die Ein- bis Vierzimmerwohnungen dem vielfältigen Bedarf gerecht. Die modernen, offen gestalteten Grundrisse umfassen Wohnflächen zwischen 34 und 115 m².

Die Primärtragstruktur wurde in Ortbeton errichtet. Dabei helfen die schlanken Querschnitte von teilweise nur 17 cm statt der üblichen 24 cm, wertvolle Ressourcen zu sparen. Alle Außenwände und Wohnungsinnenwände wurden in Holzbauweise ausgeführt. Fenster und Fassade sind ebenfalls aus Holz. Das Gebäude erreicht den KfW-Effizienzstandard 40. Ein Blockheizkraftwerk und eine Solaranlage versorgen die Bewohner mithilfe eines Mieterstromkonzeptes mit eigener Energie.  

www.kuner-architekten.de

Fotos:

Markus Guhl
www.architekturfotograf-markus-guhl.com

(Erschienen in CUBE Stuttgart 02|22)

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