Gelungene Symbiose

Einladende Kita in Steinbach spiegelt das pädagogische Konzept wider

Kita-Bauten sind eine Herausforderung für sich. Die Gebäude müssen kindgerecht sein, funktionale Anforderungen erfüllen, zu einem pädagogischen Konzept passen und überdies zahlreiche baulich-technische Vorschriften einhalten. So auch die Kita St. Bonifatius der Stadt Steinbach. Damit der Neubau für vier Ü3- und zwei U3-Gruppen überhaupt entstehen konnte, musste der in die Jahre gekommene Altbau abgerissen werden: Eine Möglichkeit, um nicht nur ein Gebäude mit moderner Technik zu konzipieren, sondern auch das pädagogische Konzept der Kita in Neubau und Grünanlagen umzusetzen.

Das Architekturbüro Kissler Effgen + Partner aus Wiesbaden bekam 2014 den Auftrag für die Planung des Neubaus. Um den optimalen Grundriss zu finden, die Kita energieeffizient und nachhaltig auszurüsten und auf das pädagogische Konzept der Einrichtung abzustimmen, haben sich Architekten, Kita-Leitung und Bauherrenvertreter intensiv beraten. So entstand auf etwa 1.000 m² der Neubau, dessen gebänderte Fassaden dem Bau Maßstab und Proportion verleihen. Im Inneren schaffen die Raumanordnung und ein Dutzend Oberlichter helle und freundliche Gruppenräume. Den Architekten war besonders wichtig, dem Gebäude eine räumliche und funktionale Mitte zu geben. Sie haben Foyer, Mehrzweckraum und Essensaugabe im Zentrum der Anlage kombiniert und damit nicht nur kurze Wege und Raum für hauseigene Vollverpflegung geschaffen, sondern auch ein für Feste und Versammlungen nutzbares Raumkontinuum. So kann der Mehrzweckraum als eigene abgeschlossene Einheit für private Veranstaltungen oder für Seminare außerhalb der Nutzungszeiten der Einrichtung dienen.

„Wir haben die drei wesentlichen Disziplinen Architektur, Freiraumplanung und Innenausstattung eng aufeinander abgestimmt. In der Zusammenarbeit mit dem Büro Bierbaum-Aichele aus Mainz (Freiraumplanung) und der Innenarchitektin Pia Döll wurde jeder Raum in seiner Funktion und Ausgestaltung, Materialwahl und Lichtführung sowie in seinem Außenraumbezug individuell betrachtet und gestaltet“, so Roland Effgen über das Kita-Projekt.

Während der Bauzeit war die Kita in Containern auf einem Nachbargrundstück untergebracht. So konnten Kinder und Betreuer nicht nur den Neubau der Kita miterleben, sondern auch vor Ort Entscheidungen für den Ausbau und die Ausstattung überprüfen. Inzwischen sind alle längst im neuen Bau angekommen und die Begeisterung ist groß: Bauherrenvertreter Dr. Winfried Becker lobt: „Unter der Federführung der Architekten ist eine gelungene Symbiose aus Architektur, Freiraum und Innenraumgestaltung entstanden.“ Und Christina Jungk aus der Kita-Leitung freut sich, „dass sich unser pädagogisches Konzept eines offenen und einladenden Hauses in der Architektur widerspiegelt.“

www.kissler-effgen.de

Fotos:
Dietmar Strauß
www.dietmar-strauss.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 03|21)

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