Transformiertes Denkmal

Die alte Pferdeschlachthalle in Derendorf wurde zum Lern- und Studierendenzentrum umgebaut

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Auf dem Campus der Hochschule Düsseldorf hat das Büro Kerstin Gierse Architekten aus Velbert die historische, zum Teil verfallene Pferdeschlachthalle aus dem Jahr 1870 in ein modernes Lern- und Studierendenzentrum umgebaut. In das Innere der denkmalgeschützten, eingeschossigen Gebäudehalle 7 integrierten sie einen zweigeschossigen Neubau. Im Erdgeschoss befindet sich neben der großzügigen Eingangshalle mit barrierefreiem Stahl-Glas-Aufzug ein geräumiger Multifunktionsraum, der sich flexibel für Veranstaltungen, Ausstellungen und Seminare nutzen lässt. Moderne Büro- und Schulungsräume sind im gesamten Obergeschoss untergebracht. Mit einer Stahl-Glas-Konstruktion wurde ein lichter Verbindungsbau zum Nebengebäude geschaffen und ein moderner Kontrast zum sanierten, historischen Ziegelgebäude gesetzt.

Um im Inneren der historischen Pferdehalle einen Neubau mit zwei Ebenen einzubringen, mussten die Architekten den Baukörper samt Bodenplatte und Stampfbeton zunächst entkernen und auf das historische Ursprungsniveau abtragen. Die historischen Fundamente und das alte Mauerwerk wurden dabei unterfangen. Vor das Mauerwerk setzten die Architekten zum Schutz eine Mauerwerkvorsatzschale. Auch das Dach wurde abgetragen und als Sparrendach neu aufgebaut – samt eines gläsernen Sheds, um die oberen Büro- und Schulungsräume optimal zu belichten. Die alte Ziegelfassade wurde gesandstrahlt und großflächig renoviert. Einzelne Formsteine mussten dafür modelliert und von Spezialfirmen nachgebrannt werden. Die geschossübergreifenden Fensteröffnungen wurden entsprechend historischer Zeichnungen wiederhergestellt, was im Bereich der Betondecke zum 1. Obergeschoss zu Herausforderungen beim Brandschutz führte. Mit im Inneren angebrachten sogenannten Stahlschwertern kann der Brandüberschlag zwischen den Ebenen verhindert werden. Auch beim Innenausbau wurde ein besonderes Augenmerk auf den Erhalt der historischen Substanz gelegt: So sind im Eingangsbereich die großformatigen, original erhaltenen Granitplatten ausgelegt, die bei der Entkernung des alten Gebäudes freigelegt wurden. Sie wurden zunächst entfernt, gereinigt und dann wieder aufbereitet. Im Treppenhaus lassen sich die historischen Wandfliesen hinter Sichtfenstern bewundern, die in die Vorwandschale eingebracht wurden.

In Anlehnung an die historischen Fenster wurden die neuen Fensterrahmen aus schmalen Eisenprofilen mit Sprossenunterteilungen gefertigt. Im Inneren des historischen Gebäudes dominieren Rot- und Anthrazittöne – die Leitfarben der Hochschule Düsseldorf. Die Pflasterflächen aus dem Außenbereich des Campus finden sich in geschliffener Form im Stahl-Glas-Verbindungsgang wieder, um eine homogene Sichtachse zwischen Rather Straße und Campus herzustellen.

www.gierse.de

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 01|21)

Architekten:

kerstin gierse architekten gmbh
www.gierse.de

Zimmerer:

H. Dahlhaus Zimmerei-Meisterbetrieb
www.zimmerei-dahlhaus.de

Dachdecker:

Hans Gastens
Telefon: 02831-30 13

Trockenbau:

Angerland Akustik Bau
www.angerland-akustik.de

Putzarbeiten:

A. Otto & Sohn
www.ottobau.de

Fensterarbeiten:

LM Metallbau
www.lm-metallbau.com

Rauchschutztüren:

Werthie Michael Werner
www.werthie-metallbau.de

Mobile Trennwand:

abopart mobilwände
www.abopart.com

Schreiner (Innentüren):

die möbelschreiner – Boddenberg & Furch
www.die-moebelschreiner.de

Schlosser:

Frenken & Erdweg
www.frenken-erdweg.de
Stahl- und Metallbau Wolfgang Knor
www.schlosserei-knor.de

Fliesen- u. Natursteinarbeiten:

Theo Deckers
www.theodeckers.de

Bodenbelagsarbeiten:

WdeR Fußbodenstudio
www.wder.de

Estrich:

Möltgen
www.moeltgen-koeln.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

J. Rehms Gebäudetechnik
rehms-gmbh.de

Elektro:

MCM Electronic Projects
www.mcm-project.com

Aufzug:

FHW Knizia
www.haushahn.de

Fotos:

frisch ans werk/gierse architekten
www.frischanswerk.de

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