Weniger ist mehr

Vorbildliche Klimaschutzsiedlung Vierlinden-Höfe in Duisburg

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Im Auftrag der städtebaulichen Wohnungsbaugesellschaft Gebag Duisburg wurde an einem ehemaligen Schulstandort im Duisburger Norden ein Quartier mit 98 Wohnungen realisiert. Henning Shin Architekten aus Düsseldorf hatten die Aufgabe, an dieser Stelle einen energieeffizienten Bau zu möglichst geringen Kosten zu erstellen, damit die öffentlich geförderten Wohnungen zu einem moderaten Quadratmeterpreis in die Vermietung kommen konnten. „Aus diesem Grund war das Prinzip ‚Weniger ist mehr‘ nicht nur eine Frage der Haltung oder des Designs, sondern absolute Notwendigkeit, um das Ziel zu erreichen: gute Architektur, gelungener Städtebau – energieeffizient und bezahlbar“, fasst Architekt Richard Henning zusammen. Die entstandene Klimaschutzsiedlung Vierlinden-Höfe ist Teil des NRW-Landesprogramms „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“.

Da es im direkten Umfeld keine städtebaulichen Merkzeichen mit identitätsstiftendem Charakter gibt, die dem Gebiet eine Kontur hätten geben können, wählten Henning Shin Architekten eine offene Blockrandbauweise. Dadurch wurde ein angenehmes Raumgefühl geschaffen und die kubische, reduzierte Gestaltung der Gebäude ermöglicht eine hohe Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit. Auch wenn die Architekten akribisch auf das Budget achteten, sind sorgfältig gestaltete Details eingeflossen, die wertig wirken. So ist etwa die Farbgebung im freundlichen Hellgrün und Lichtgrau sehr markant und verleiht dem Quartier eine starke optische Präsenz. In der Planung wurde großer Wert auf Standardisierung gelegt, wodurch in Zeiten steigender Baukosten Planungs- und Bauzeiten gespart sowie Fehlerquellen reduziert werden konnten. Beispielhaft hierfür sind baugleiche Treppenhauskerne sowie gleiche Balkonplatten. Alle Wohnungen haben Bezug zu den gemeinschaftlichen, begrünten Innenhöfen. Die Drei- und Vierraumwohnungen kennzeichnen durchgestreckte Grundrisse mit stets zur Hofseite ausgerichteten Wohnzimmern. Die Dachgeschosswohnungen verfügen über große Dachterrassen. Dank der offenen Bauweise und der bodentiefen Fenster sind die Wohnungen lichtdurchflutet. Barrierefreies Wohnen bezieht sich hier auf das gesamte Quartier, angefangen von den Wohnungen bis zu den Müllabstellplätzen, die barrierefreies Sortieren ermöglichen. Die Gebäude wurden im Drei-Liter-Haus-Standard errichtet. Die massive Konstruktion aus Beton und Kalksandstein verfügt über eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, was in Verbindung mit der hocheffizienten Wärmedämmung dem Konzept des Niedrigenergiehauses entgegenkommt. Das Quartier verfügt über einen Fernwärmeanschluss, der Strom wird aus Photovoltaik gewonnen. Zudem gibt es ein Carsharing-Angebot, Ladeplätze für Elekrofahrzeuge sowie eine Ausleihstation für Fahrräder.

www.henning-shin.de

Fotos:

Sigurd Steinprinz
www.steinprinz.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 03|22)

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