Größer als erwartet

Reihenendhaus im Herzogpark überrascht mit Größe und Raumaufteilung

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„Das ist kein Wald und kein Park, das ist ein Zaubergarten, nicht mehr und nicht weniger“, beschrieb Thomas Mann 1919 den Herzogpark in seiner Novelle „Herr und Hund“. Das trifft heute, mehr als 100 Jahre später, nicht mehr zu. Im nördlichen Teil des Parks wurde in den 1950er-Jahren eine Gartenstadtsiedlung beschlossen und umgesetzt, in der die Häuser tatsächlich wirken, als seien sie in einen Park gestellt worden.

Ein neues Haus, ein Reihenendhaus, wurde hier von den Münchner Architekten Harder Groh erst kürzlich geplant und gebaut. Insbesonders in diesem Geviert war mit umfangreichen Bauauflagen umzugehen, berichtet der Architekt Philipp Groh. Hinsichtlich Gestaltung und Bauvolumen galt es, sich genau an die festgesetzten Parameter – Geschossigkeit, Dachneigung, Geschossflächenzahl – zu halten. Es galt ein Wohnhaus für eine vierköpfige Familie zu planen und dieses an seine epochetypischen benachbarten Bestandsbauten anzugleichen, die noch aus den 1960er-Jahren stammen. Innerhalb der herrschenden Auflagen ist ein modernes und großzügiges Gebäude entstanden. Es schließt sich im Westen an das unmittelbar angrenzende Nachbarhaus an. Die andere Stirnseite im Osten liegt zur Straße hin. Hier galt es allerdings einige Bestandsgaragen zu erhalten. Was die Bauweise anbelangt, mussten sich die Architekten zwangsläufig ebenfalls an den Nachbarn orientieren. So entstand ein Haus in Massivbauweise, mit einem mineralischen Aussenputz in Grau, das sich sehr gut in die Umgebung einfügt. Für die Eingangssituation an der Nordseite bot sich durch den angrenzendem Freiraum des Garagenhofes die Möglichkeit einer großzügigen Öffnung. Einen vornehmen Touch verleiht dem Haus der mit vertikalen, dünnen Stahllamellen verkleidete Eingangsbereich. Das war nur eine der Herausforderungen bei diesem Projekt. Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, den Raumbedarf der Familie auf dem doch relativ kleinen Grundstück unterzubringen. Durch vier Ebenen, inklusive eines Kellergeschosses gelang es, alle Wünsche der Bauherren zu erfüllen. Beim Eintreten ist man wirklich verblüfft, welche unerwartete Großzügigkeit einen hier erwartet. Offene Lufträume erlauben spannende Blickbezüge und schaffen eine vertikale Verknüpfung der Raumzonen. Große Fensterflächen öffnen das Haus zum großzügigen Südgarten hin.

www.hardergroh.de

Fotos:

Susan Buth
www.susanbuth.com

(Erschienen in CUBE München 03|23)

Architektur:

Hardergroh Architekten
www.hardergroh.de

Elektro:

Elektro Hieber
www.elektrohieber.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

Erich Schulz
www.erich-schulz.de

Dachdeckerei:

Traub
www.traub-gruenwald.de

Parkett:

Eham
www.eham.de

Naturstein und Fliesenarbeiten:

Förstl Naturstein
www.foerstl-naturstein.de

Malerarbeiten:

Rudolf Lang
www.maler-in-muenchen.de

Fassade (Metall):

Bergmeister Metallbau
www.bergmeister-metallbau.de

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