Zuwachs am UKD

Durchdachter Neubau für das Medizinische Forschungszentrum II am Universitätsklinikum

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In den letzten Jahren hat sich viel getan am Universitätsklinikum Düsseldorf, kurz UKD. Im Zuge einer umfassenden Modernisierung wurde die campusartige Struktur des Klinikgeländes mit modernen, zukunftsweisenden Bauten nachverdichtet, die der Gesamtanlage neue architektonische Impulse verleihen. Einer dieser Neubauten ist das Medizinische Forschungszentrum II. Vom Büro Hahn Helten Architektur realisiert, sind erstmals auf dem Campus wissenschaftliche und administrative Einrichtungen in einem Gebäude gebündelt und Entwicklungsbereiche zusammengelegt. Auf einer Fläche von rund 4.400 m² befinden sich hier Büro-, Schulungs- und Seminarräume sowie mit neuester Medizintechnik ausgestattete Räume für Untersuchungen und Testverfahren.

Baulich gliedert sich der Neubau in einen langgezogenen, etwa 100 m messenden Riegel sowie drei Kämme, zwischen denen sich zwei Innenhöfe aufspannen. Eine im Erdgeschoss schräg eingerückte Fassade markiert den zentralen Eingangsbereich auf der Ostseite des Riegels. Eine architektonische Geste, die intuitiv zum Haupteingang leitet. An das Foyer schließen sich die Aufzüge und das mittlere der drei Treppenhäuser an. Während der Riegel vor allem Büros beherbergt, nehmen die Kämme Räumlichkeiten auf, die sich mit den Standardmaßen der vorherrschenden Bürotypologie nicht vereinbaren lassen. Dazu gehören unter anderem Seminarräume und Phantomarbeitsräume der Zahnmedizin. Da die Kämme im Grundriss als Dreibund organisiert sind, bieten sie die Möglichkeit, größere Flächen des Raumprogramms anzuordnen, für die kein Tageslicht erforderlich ist. Beispiele hierfür sind die Kunstsammlung sowie das Archiv des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.

Bei der Fassadenkonzeption galt es, den langen monolithischen Riegel zu betonen, der über einem weitgehend transparenten Erdgeschoss schwebt und sich sichtbar mit den vorgelagerten Kämmen verzahnt. Mit Ausnahme des vertikal abgebildeten Flures sind die Kopfseiten des Riegels geschlossen. Der dadurch entstehende, kraftvolle Rahmen fasst die Vertikallamellenstruktur ein, die auf den Längsseiten der Fassade vorgelagert ist. Eine zusätzliche Gliederung schaffen die drei Treppenhäuser, die mit einer horizontalen Lamellenstruktur versehen sind. Insgesamt ist mit dem neuen Forschungszen­trum ein zukunftsweisendes Gebäude für Lehre und Wissenschaft am Universitätsklinikum entstanden, dessen architektonische Gestaltung und bauliche Infrastruktur der Nutzung einen idealen Rahmen bietet.

www.hahn-helten.de

Fotos:

Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com

(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|20)

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