Häusermeer am See

Hybrid-Wohnanlage aus Holz und Stahlbeton in Utting am Ammersee

Mit der beachtlichen Länge von 300 Metern erstreckt sich eine neue Siedlung mitten im schönen, teilweise fast noch dörflich anmutenden Utting am Ammersee von Ost nach West. Insgesamt entstanden hier auf dem „Schmucker-Areal“ 25 zwei- und dreigeschossige, schlanke Wohnhäuser, erbaut in Hybridbauweise auf einem Baugrund von 13.000  m² in sechs Häusergruppen und mit 9.000 m² Geschossfläche, verteilt auf 88 barrierefreie Wohnungen. Was sich fast monumental anhört, ist in Wirklichkeit nahezu unauffällig: Die einzelnen Häuser sind geschickt ineinander und gegeneinander verschoben, sodass die Größe des Bauvolumens gar nicht auffällt. Entscheidender Grund hierfür sind die Pultdächer der Häuser. Diese Dachform ist platzsparend, kragt sie doch nicht nach beiden Seiten aus, sodass sich die Häuser sozusagen ineinander schieben lassen. Auch das Äußere ist so gewählt, dass es nicht um Aufmerksamkeit heischt: Das zurückhaltende Farbkonzept der mit einer vorvergrauten Fichtenlattung verkleideten Häuser, plus den dunkelgrauen Dachziegeln, verleihen der Anlage farblich ein einheitlich zurückhaltendes Aussehen; und die umgebende Vegetation, sowie die dörflichen Bestandshäuser ringsum lassen das Ensemble ganzheitlich und integriert erscheinen. Großflächige Fenster und ebensolche Balkone erhöhen zusätzlich den Wohnkomfort für die Bewohner:innen.

Dieser gelungene Entwurf einer Wohnsiedlung stammt von WWA Architekten Wöhr Heugenhauser Johansen PartmbB aus München. Für Architekt Gerold Heugenhauser war vor allem der soziale Aspekt des Projekts von großer Bedeutung. Die Gemeinde Utting hat mit der geförderten Wohnanlage bezahlbaren Wohnraum für die Bewohner:innen des Ortes geschaffen. Bis auf die Erschließungskerne, die in Stahlbeton ausgeführt wurden, besteht die restliche Konstruktion aus Holz. Die Suche nach einem geeigneten Partner für die Dächer führte zu einem Hersteller von Aluminiumdachsystemen. Deren Aluminium-„Ziegel“ sind äußerst ausgeklügelt und mit Fokus auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit gefertigt. Der Kreislaufwirtschaft kommt zugute, dass Aluminium fast zu hundert Prozent wiederverwertbar ist. Auf der riesigen Dachfläche von 2.460  m² konnten die Handwerker von Haus zu Haus Erfahrungen für die Optimierung der Montage sammeln und es konnte über das gesamte Jahr hinweg gearbeitet werden, da dank des Materials keine Rücksicht auf Witterungseinflüsse genommen werden musste. Als Bauherr fungiert das Kommunalunternehmen Utting am Ammersee. Die Wohnungen sind Menschen mit niedrigem oder mittlerem Einkommen vorbehalten, die in Utting wohnen oder arbeiten. Das vorbildliche neue Wohnensemble wurde in nur zwei Jahren und in fünf Bauabschnitten geschaffen.

www.wwa-architekten.de

Fotos:
Herbert Stolz
www.herbert-stolz.de
Prefa/Croce & Wir
www.prefa.at
WWA Architekten

(Erschienen in CUBE München 04|24)

Architektur:

WWA Architekten
Wöhr Heugenhauser Johansen
www.wwa-architekten.de

Bauleitung:

Ernst² Architekten
www.ernst2-architekten.de

Holzbau:

Zimmerei Höfle
www.hoefle-holzbau.de

Freianlagen:

Luz Landschaftsarchitekten
www.heiner-luz.de

Fassade:

Ladenburger
www.ladenburger.de

Fenster:

Gealan
www.gealan.de

Aluminiumdachsystem:

Prefa
www.prefa.de

Sonnenschutz:

Roma
www.roma.de

Aufzug:

Schindler
www.schindler.de

Treppen:

Euval
www.euval.com

Decke:/Wand:

KLH Massivholz
www.klh.at

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