Das blaue Wunder

Eine Brotmanufaktur soll Kunden mit ihrer Farbigkeit magisch anziehen

01-210829tm06_15_700pixel

Was assoziiert man mit der Farbe Blau? Vertrauen – sagt die Farbpsychologie. Eine gute Farbwahl für eine Brotmanufaktur, die vom Büro Gonzalez Haase AAS aus Berlin ausgewählt wurde, um eine Bäckerei mit Café in ein kühles Ultramarinblau zu tauchen. Getaucht insofern, als der Raum über und über durchgefärbt wurde. Der Boden, die Decke, die Wände, der Verkaufstresen – nahezu alles. Man kann sich der Magie, dem Sog der Farbe kaum entziehen. Selbst wenn man kein Brot kaufen will, kann man einen Kaffee trinken und so ins tiefe Blau eintauchen, das entspannend wirkt und Besucher:innen zur Ruhe kommen lässt.  Dies ist bereits die zweite Hauptstadtfiliale der glutenfreien Brotmanufaktur Aera. Die neue, blaue Filiale befindet sich direkt am Rosenthaler Platz an exponierter Stelle.

Das Bestandsladenlokal wurde komplett entkernt, die 3,80 m hohe Decke freigelegt und es wurde eine 13 m langer Verkaufstheke diagonal durch den gesamten Raum angefertigt, die den 70 m² großen Raum in zwei Bereiche teilt. Er verschmilzt nahezu mit dem Raum. Die breite Fensterfront mit dem Eingang gestattet Einblicke in den Laden in seiner gesamten Tiefe. Die für den Raum entworfenen Möbel ließen die Architekten aus Eiche fertigen und der warme Holzton harmoniert wunderbar mit der kühlen Gesamtgestaltung. Die Regale für die Backwaren sind aus elektropoliertem Edelstahl.

Die Farbe Blau bestimmt das für diesen Raum entworfene Konzept für die Neugestaltung des Lokals. Je nach Intensität des einfallenden Lichts oder auch bei Dunkelheit durch die künstliche Beleuchtung, ändert sich das Blau in seiner Intensität, ist mal hell, mal dunkel und mal glänzend und dann wieder matt. Das Blau auf Vermeers Gemälden habe sie inspiriert, dieses Lapislazuli-Blau zu verwenden, erzählen Pierre Jorge Gonzalez and Judith Haase. Der Farbstoff wurde zu Lebzeiten des Malers tatsächlich noch aus echtem, zu Pulver zerriebenem Lapislazuli gewonnen. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte man einen künstlich hergestellten Ersatz gefunden, um dieses intensive Blau herzustellen. Hier in der Aera-Brotmanufaktur wurde es auf den durchgefärbten rohen Beton in 80 cm breiten Streifen aufgetragen. Die Innenarchitektin Judith Haase sagt über ihr Projekt: „Die kräftige, einheitliche Farbgebung wirkt wie der Hintergrund eines Gemäldes, durch den das eigentliche Subjekt erst richtig zur Geltung kommt.“

www.gonzalezhaase.com

Fotos:

Thomas Meyer/Ostkreuz
www.ostkreuz.de


(Erschienen in CUBE Berlin 04|22)

 

Nothing found.

Urbaner Auftakt mit Vielfalt

Das Ensemble „SechtM“ setzt den Grundstein für das neue Quartier Parkstadt Süd

Raum, Licht, Landschaft im Dialog

Ein Firmenhauptsitz in Thansau wird zur Bühne für Arbeit und Begegnung

Hotel auf historischem Boden

Ein Hotelneubau bildet den Auftakt für das Duisburger Mercatorviertel

Eine einfache Antwort

Reversibles Haus aus Holz reagiert durchdacht auf Topografie und Klimaveränderung

Nothing found.

JU-Photo-MikaelOlsson_8106-07-vers3_15_700pixel

Superlong. Superbig. Superurban

Eine „Stadt im Haus“ als Penthousewohnung

IMG_2799_15_700pixel

Symphonie der Natur

Bei dem Villengarten in Potsdam ist deshalb nichts dem Zufall überlassen.

Mit Zacken und Zylinder

Öfter mal was Neues – ein Mehrgenerationenhaus der anderen Art

Quadratisch vereint

Die Berliner Sparkasse hat ein neues Hauptquartier

000_220630-LA-MartinJasper-0R0A9144-copy_10_700pixel

Weltweit aktiv

Wie das zu schaffen ist, erklärt Architekt Martin Jasper in diesem Podcast

210305_up_berlin_jasper-arch_DSC1611-C-Nils-Koenning_15_700pixel

Fang das Licht

Aus einem Kaufhaus wird ein moderner Workingspace mit Gastronomie und Verkaufsflächen

Farbe muss nicht bunt heißen

Atmosphäre im Stadtraum, der Architektur und im  Innenraum wirkt auf das menschliche Wohlbefinden