Arbeiten in der Altstadt

Modernes Kontorhaus im historischen Zentrum fertiggestellt

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Nur einen Steinwurf von der alten Nikolaikirche entfernt, steht an der Ecke Hahntrapp/Großer Burstah dieser Neubau eines Kontorhauses vom Architekturbüro von Gerkan Marg und Partner. Vor dem Start der Baumaßnahme an diesem historisch bedeutsamen Ort wurden im Zuge von archäologischen Grabungen 1.000 Jahre alte Holzstämme gefunden. Das Archäologische Museum Hamburg wertet die Funde zurzeit aus und prüft, ob die Entstehungsgeschichte der Keimzelle der Hamburger Kaufmannsstadt im frühen Mittelalter neu geschrieben werden muss.

Der Neubau des Kontorhauses bildet den Endpunkt einer vom Rathaus einsehbaren Achse. Die Fassade ist mit einem großflächig auskragenden Erker entsprechend markant gestaltet und verleiht dem Kontorhaus ein Gesicht, das weithin wahrnehmbar ist. Gleichzeitig fügt sich der Bau in das bestehende Straßenbild ein, indem er mit Bändern aus hellem Kalksandstein das Material und die Linien der Nachbarbauten aufnimmt. Heller Naturstein prägt auch das Straßenbild rund um den Rathausmarkt.

Die Natursteinflächen des Neubaus wechseln sich mit annähernd geschosshohen Fensterbändern ab, die durch schlanke Lüftungsfenster rhythmisiert werden. Über dem Erdgeschoss mit dem zentralen Empfang folgen sechs Regelgeschosse und ein abschließendes Staffelgeschoss. Die Regelgeschosse kragen mit einer Fläche von circa 3,20 x 10,00 m über dem Erdgeschoss aus und setzen durch die geschwungene, expressive Fassadenform einen deutlichen Akzent. Durch die geschwungene Form leitet das neue Kontorhaus, vom Rathausmarkt kommend, Passanten und Verkehr in den Großen Burstah hinein und bestärkt so die historisch gewachsene und im Zuge der Umgestaltungen neu belebte, zentrale Rolle dieser Straße im Nikolai Quartier.

Highlights bilden das repräsentative Foyer im Erdgeschoss mit aufwendiger Spezialputzoberfläche und das Staffelgeschoss in der siebten Etage, das mit einem weiten Blick über die Hamburger Innenstadt zu besonderen Meetings und Empfängen einlädt. Mit einer Grundfläche von nur 225 m² stellt der Neubau die ursprüngliche Kleinkörnigkeit des Quartiers am Großen Burstah wieder her. Die einzigartige Gelegenheit, innerhalb der mittelalterlichen Keimzelle Hamburgs einen Neubau zu errichten, war für die Bauherrschaft wichtiger als eine maximale Wirtschaftlichkeit – heute nimmt die Nutzfläche gegenüber den Erschließungs- und Nebenraumflächen etwa ein Drittel ein.

www.gmp.de

Fotos:

Heiner Leiska
www.leiska.de

(Erschienen in CUBE Hamburg 04|20)

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