Urbaner „Plantasiegarten“

Eine gewisse Herausforderung für Spaziergänger:innen

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Am Rande der Eberswalder Altstadt liegt ein knapp 54 m2 große Phantasiegarten. Der vormals fast vollständig zugepflasterte Hof einer Kohlenhandlung präsentiert sich nun als dicht bewachsener Naturgarten. Ziel der Umgestaltung, die 2004 begann, war es, einen lebendigen Ort zu schaffen, an dem sich die Natur entfalten kann und vergessen lässt, dass man mitten in der Stadt wohnt. 

Inspirationsquelle waren tropische Regenwälder, da sie Artenvielfalt und Lebendigkeit bieten. Mit Abriss- und Aushubmaterial wurde eine Landschaft aus Rasenwellen, Findlingen und Wasserflächen gestaltet. Beim Durchstreifen des Gartens erfährt man dessen ausgeprägtem Erlebnischarakter. Die Wege sind als schmale Pfade ausgebildet, damit den Pflanzen möglichst viel Platz zur Verfügung steht. Weiter geht es zu den grünen „Zimmern“, efeubewachsenen Gebäuderesten, die als wichtige Gestaltungselemente stehen bleiben, weil sie im Wechselspiel mit dem üppigen Klettenpflanzenbewuchs eine geheinmnisvolle Atmosphäre erzeugen. In einem der grünen „Räume“ befindet sich unter weinberankten Dachsparren ein von Ziegelmauern gerahmter Teich. Über Granitstufen erklimmt man die insgesamt fünf Aussichtsterrassen, die zusätzliche Perspektiven ermöglichen. Bedingt durch die vielen Umwege und Details, die den Schritt verlangsamen, benötigt man eine ganze Weile, bis man den Garten vollständig erkundet hat. Diese Zeitdehnung sowie die Oberflächenvergrößerung, die mit dem bewegten Bodenrelief einhergeht und verdeckte Grundstücksgrenzen erzeugen die Illusion eines wesentlich größeren Gartens. Im Laufe der Jahre ist das Wohnhaus durch intensiven Kletterpflanzenbewuchs optisch mit dem Garten verschmolzen. Im Oktober verwandeln Amberbaum, Feldahorn, Kuchenbaum, Scharlachwein und  und Jungfernrebe sowie diverse andere Herbstfärber den Garten in ein Farbenmeer. 

Es wurden Gehölze, Stauden, Gräser und Farne ausgewählt, die ein besonders markantes Erscheinungsbild zeigen und so dem geplanten Dschungelcharakter entsprechen. Nutzpflanzen (Küchenkräuter, Apfelbäume und Beerensträucher) fügen sich zwanglos in die Gesamtgestaltung ein. Der intensive Flor, die vielen Großgehölze, die Berankug aller Mauern und Wände, und nicht zuletzt die zahlreichen Wasserflächen, locken viele Insekten und Vögel in den Garten. 

www.plantasie.de

 

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