Filmreifer Neubau

Baufälliges Siedlungshaus weicht Designobjekt

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„Film ab!“ hieß es bei diesem Neubau in Rodenkirchen kurz nach seiner Fertigstellung, denn die Bauherren hatten ihr neues Domizil gleich als Filmkulisse zur Verfügung gestellt. Dennoch ist es alles andere als eine bloße Kulisse, vielmehr ein gemütliches Familienzuhause, genau so, wie sie es sich vom Architekturbüro Falke gewünscht hatten. Allerdings hatten die Bauherren anfangs damit gerechnet, ihr frisch erworbenes altes Siedlungshaus zu renovieren und ihren Wohnbedürfnissen anzupassen. Letztendlich konnte das baufällige Gebäude jedoch nicht innerhalb eines angemessenen Kostenrahmens gerettet werden. Architekt Martin Falke tröstete mit einem Konzept für ein Wohnhaus, das ebenso gut ein Designobjekt sein könnte – rein auf seine Gestaltung bezogen. Denn definitiv ist dies ein Haus zum Wohnen. Der Designaspekt half allerdings dabei, die Baubehörde von dem für diese Siedlung ungewöhnlichen Flachdachbau mit Dachterrasse zu überzeugen.

Wenn schon neu gebaut werden sollte, dann bewusst etwas Außergewöhnliches, war die Devise. „Mich reizen stets neue Aufgaben und Herausforderungen. Eine Kopie eines bereits durchgeführten Projekts ist mit mir nicht machbar“, betont Falke. Aus dem Keller schraubt sich eine gewendelte Treppe aus Stahlbeton bis in das Obergeschoss. Über dem Keller und um die Treppe herum entstand innerhalb von nur drei Tagen ein Holzrahmenbau, dessen Bauteile in der Zimmerei vorgefertigt und vor Ort zum Rohbau montiert wurden. Ein glatter Feinputz verbirgt die Bauweise, abgerundete Ecken geben dem Gebäude eine zwar kubische, aber dennoch weiche Form. Den Designcharakter unterstreichen die flächenbündig in die Fassade eingesetzten Fenster mit ihren filigranen Rahmen und der Verzicht auf Attikableche. Besonders die verglaste Außenecke des Wohnzimmers bedurfte präziser Arbeit.

Aufwendige Details stehen im Kontrast zu schlichten Materialien. Mit geschliffenem, versiegeltem Sichtestrich zeigt sich das Erdgeschoss zurückhaltend, auch auf Fußleisten wurde verzichtet, Türen fügen sich wandbündig ein. Nicht der Raum stellt sich hier als zentrales Element dar, sondern das Leben, das sich in ihm entwickelt. Und dazu gehört auch Entspannung. Für Architekt Falke stellt die Dachterrasse unter diesem Gesichtspunkt eines der Highlights des Hauses dar. Zugleich betont er, dass die Bauherren ebenso von ihrer Badewanne schwärmen, die mit einer Bluetooth-Funktion ausgestattet ist. Abschalten bedeutet dann, eintauchen in Wasser und Musik.

www.falke-architekten.de

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 04|20)

Architekten:

Falke Architekten
www.falke-architekten.de

PR-Konstruktion gebogenes Fenster:

Nagel Metallbau
www.nagel-metallbau.de

Leuchten innen:

Delta Light
www.deltalight.de

Leuchten außen:

Bega
www.bega.com

Fenster:

Velfac
www.velfac.de

Türen:

Prüm
www.tuer.de

Heizung:

Vaillant
www.vaillant.de

Schalter:

Berker
www.berker.com

Küchentechnik (Dunstabzug):

Bora
www.bora.com

Armaturen:

CEA
www.ceadesign.it

Sanitär:

Kaldewei
www.kaldewei.de
Bette
www.my-bette.com
Roca
www.roca.com

Fotos:

Frank Schoepgens
www.schoepgens.photos

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