Elegantes Grau

Zwei Wohnhäuser präsentieren ein regionaltypisches Schieferkleid im modernen Stil

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Fassaden und Dächer aus Schiefer sind nicht nur im Sauerland präsent. Das natürliche Material mit seiner lebendigen Struktur, seinem natürlichen Glanz und nicht zuletzt mit seinem großen Gestaltungsspielraum und seiner langen Lebensdauer findet in ländlichen wie städtischen Regionen seine Liebhaber. Und dass Schiefer nicht nur historische Fachwerkhäuser einkleidet, sondern auch modern kann, zeigen diese beiden benachbarten Wohnhäuser eindrucksvoll.

Entworfen wurden sie vom Bochumer Büro Banz + Riecks Architekten, welches zwei einfach geschnittene Satteldachhäuser mit klaren Geometrien auf einem leicht abschüssigen Grundstück inmitten einer Einfamilienhaussiedlung aus den 1960er-Jahren entwickelte. Beide fügen sich harmonisch in ihre Umgebung ein. Anders als die bestehenden Gebäude in der Nachbarschaft wurden sie ohne Dachüberstand ausgebildet und außerdem kontrastreich sowie materialbetont mit fließend ineinander übergehenden Fassaden und Dachflächen aus Schiefer sowie mit weiß verputzten Giebelseiten gestaltet. Durch das Zusammenfließen von Dach und Wand und das leichte Auskragen der Dächer über den Stirnseiten entsteht der Eindruck, als seien zwei dunkle Handtücher über die beiden Baukörper geworfen worden. Im Zusammenspiel wurde eine angenehm-elegante Optik erreicht, die regionale Verwurzelung ganz selbstverständlich mit zurückhaltend-reduzierter Modernität verbindet. Das Einfamilienhaus bietet eine Wohnfläche von 190 m², das nördlich angrenzende Zweifamilienhaus stellt auf zwei Ebenen eine Wohnfläche von 230 m² zur Verfügung. Die Außenterrassen zum Garten sowie die klug platzierten, teilweise bodentief eingelassen Fensterflächen sorgen dabei in beiden Häusern für helle Innenräume mit nahtlosem Übergang zwischen innen und außen. Das Zweifamilienhaus verfügt zusätzlich über ein großes Dachfenster nach Nordosten sowie über einen Dachbalkon nach Südwesten, um das Obergeschoss als eigene Wohnung nutzen zu können.

Nachhaltige Architektur mit reduziertem Energieverbrauch war den Bauherren ein wichtiges Anliegen. Ein zentraler Baustein dabei ist die kombinierte Wärme- und Kälteversorgung über Geothermie. Im Zusammenspiel mit hochwärmegedämmten Fenstern und hinterlüfteten Fassaden mit 24 cm Mineralwolldämmung kann effektiv und messbar Energie eingespart werden. Der Anforderungswert der gültigen EnEV 2013 wird um rund 40 Prozent unterschritten. Aus Gründen der Nachhaltigkeit wurde Schiefer zudem als Material für die Fassaden sowie für die um 45 Grad geneigten Dächer verwendet. Die gewählte Rechteck-Doppeldeckung mit Steinen von Rathscheck Schiefer aus der Eifel unterstreicht dabei den modernen, geradlinigen Charakter der Architektur. 645 m² misst die Fläche, die der ortsansässige Dachdeckerbetrieb Willy Hesse mit unterschiedlich großen Platten fertigstellte. Ein gelungenes Detail ist dabei der 35 cm große Überstand der Schieferplatten im Bereich der Giebelseiten, durch den die Eindeckung optisch als Hülle erscheint.

www.rathscheck.de

Fotos:

Rathscheck

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|22)

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