Arbeitsplatz mit Wow-Effekt
Ein IT-Systemhaus in Köln hat einen markanten neuen Firmensitz erhalten
Die Bechtle AG, ein internationales IT-Systemhaus, plante für seinen Standort One Bechtle Köln einen neuen Firmensitz. Der Auftrag stand unter Zeitdruck. Der Mietvertrag lief aus und zudem galt es, einige Kriterien zu erfüllen: eine gute Anbindung an das öffentliche Netz, ausreichend Mitarbeiterstellplätze und eine zeitgemäße Infrastruktur für E-Mobilität. Am Standort sollte eine moderne Arbeitswelt entstehen, die flexible Arbeitsformen ermöglicht. Mit der komplexen Aufgabenstellung beauftragten die Bauherren Kreor Architekten + Ingenieure aus Neckarsulm, wobei die vollständige Umsetzung – die Standortanalyse und Gestaltung eingeschlossen – in enger Abstimmung mit dem IT-Systemhaus erfolgte.
Bereits der Gebäudename „Flash on Mars“ deutet an, dass hier ein Bauwerk mit außergewöhnlicher Architektur entstanden ist, das noch im selben Jahr durch Kreor Architekten + Ingenieure, nach den Anforderungen der Bechtle AG innenarchitektonisch gestaltet wurde. Die vollständig verglaste Fassade und der großzügig gestaltete Eingangsbereich erzeugen einen Wow-Effekt. In dem markant gestalteten Bau verschmelzen die hochmoderne Arbeitswelt und der attraktive, begrünte Außenbereich geradezu miteinander. Der Eindruck ist großzügig und lichtdurchflutet. Ein nicht unerheblicher Aspekt, galt es doch, auf begrenzter Fläche eine gewisse Anzahl funktionaler Arbeitsplätze unterzubringen und den Grundriss so zu gestalten, dass er den Mitarbeitenden gerecht wird, sowie vollwertige und flexibel nutzbare Schulungseinrichtungen und einen separaten Bewirtungsbereich vorhält. „Eine Herausforderung war, durch die Rundung und die notwendigen Abstände nach Arbeitsrecht eine angemessene Arbeitswelt zu schaffen sowie die akustischen Maßnahmen derart zu gestalten, dass sie die Gebäudewirkung nicht zerstören“, erläutert Kreor-Geschäftsführer Bernd Dollmann.
Ein besonderes gestalterisches Highlight sind die doppelt genähten Akustikvorhänge, die als flexible Raumteiler eingesetzt werden. Sie strukturieren den offenen Grundriss, ohne den Raum optisch einzuengen, und sorgen, ebenso wie der hochwertige Teppich, für akustischen Komfort. Sonnenschutz bieten Jalousien, die durch transparente Schals vor den hochwertigen Fenstern ergänzt werden. In den Wintermonaten sorgen eine gezielte Akzentbeleuchtung zwischen den Arbeitsgruppen und ergänzende Arbeitsplatzleuchten für optimale Lichtverhältnisse. Zusammen mit dem fein abgestimmten Farb- und Materialspiel erzeugen sie eine gleichsam harmonische wie inspirierende Arbeitsatmosphäre. Einen Kontrast zu den kühlen Sichtbetonwänden bildet warmes Eichenholz; Stoffe mit unterschiedlichen Webstrukturen und Farben verstärken die angenehme Atmosphäre. Trotz Zeitdruck entstand eine Arbeitswelt, die sowohl den Bauherrn als auch die Mitarbeitenden und die Architekten gleichermaßen begeistert. Wie das kölsche Motto besagt: „Et hätt noch immer jot jejange“.
Fotos:
Rainer Retzlaff
www.rainerretzlaff.com
(Erschienen in CUBE Köln 01|26)