Alte Mauern in neuem Glanz
Bis ins Jahr 1280 reichen die Wurzeln dieses neuen Boutique-Hotels zurück – daher auch sein Name: 1280 Die Krone.
In Geisingen, einem idyllischen Ort zwischen Schwarzwald, Bodensee und Donautal, vereinen sich drei historische Gebäude und ein moderner Anbau zu einem Ensemble, das seine Geschichte selbstbewusst zeigt und der perfekte Ort für Designliebhaber und Genussreisende ist.
Bruchsteinwände, Fachwerk und alte Holzbalken treffen auf geschwärzten Stahl, Glas und Messing – das kürzlich transformierte Hotel ist geprägt von Materialien, die den Kontrast suchen und zugleich Harmonie erzeugen. Schon beim Betreten zeigt sich die gelungene Transformation: Die Rezeption präsentiert sich als streng kubische Theke aus dunkel patiniertem Cortenstahl, positioniert vor rauem Naturstein. Wer hier nächtigt, taucht ein in den Dialog zwischen Alt und Neu und fühlt sich zugleich mittendrin in einem architektonischen Meisterwerk, das der Münchner Architekt Markus Uhrig gemeinsam mit dem Inhaber Christoph von Bothmer entworfen hat. Dieser hatte die Vision, das alte Gasthaus „Die Krone“ in ein Boutique-Hotel der besonderen Art zu verwandeln, bei dem das Denkmal wertgeschätzt wird. So blieb das Alte alt, wurde aber radikal mit modernen, puristischen Elementen ergänzt. Über mehr als drei Jahre hinweg wurde das historische Kleinod sorgfältig saniert – zusammen mit dem benachbarten ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus „Oberböhler“ und einem weiteren Wohnhaus. Dem Ensemble wurde ein neuer Anbau zugeordnet, der das Bild der alten Kronen-Scheune aufgreift, die einst am selben Ort gestanden hatte. Die 29 Zimmer und Suiten sind individuell gestaltet und folgen keiner uniformen Linie, sondern einer Haltung: Niedrige Decken, sichtbare Dachbinder und historische Nischen blieben erhalten, während offene Raumkonzepte Bad, Wohn- und Schlafbereich fließend miteinander verbinden. Besonders eindrucksvoll ist die Dach-Suite, deren Zugang über eine Dachluke führt und in deren Galerie eine freistehende Badewanne unter den alten Sparren thront. Die Spa-Suite spannt den Bogen zwischen Entspannung und Architektur, mit einer privaten Sauna über zwei Ebenen. Interessant ist auch Zimmer 313, das blaue Zimmer. Es verdankt seinen Namen der aquamarinblauen Farbe, die an den alten Steinwänden zum Vorschein kam – einst kostbarer als Gold und bis heute erstaunlich gut erhalten. Im selben Stockwerk wurden alte Deckenbemalungen entdeckt und hervorgehoben. Der Täfersaal mit historischem Dielenboden und großen Sprossenfenstern dient als Ort für Events und Tagungen. Über einen neuen, spektakulär goldfarben ausgekleideten Gang erreicht man den alten Gewölbekeller mit einer atmosphärischen Bar. Für Kulinarik-Fans halten die Restaurants kreative Gerichte bereit – in der „Agatha“ gibt es internationale Köstlichkeiten und im „Zum Hecht“ wird italo-badische Kochkunst von Chefkoch Robert Müller serviert. Für Aktive steht ein Fitnessraum mit modernen Geräten bereit. Und wer draußen Neues entdecken möchte, erkundet die Gegend, vom Naturparadies Bodensee über das als „Schwäbischer Grand Canyon“ bezeichnete Donautal bis zum Schwarzwald mit seinen mystischen Wäldern, Schluchten, Seen und Hügeln.
Fotos:
1280 Krone
(Erschienen in CUBE Select 01|26)


