Seriös, präzise, nachhaltig
Die Hauptverwaltung für eine Bochumer Kanzlei besticht durch nachhaltige Wertigkeit
Das Team der Kanzlei Schneiders & Behrendt Rechts- und Patentanwälte verbindet juristische Kompetenz mit technischem Know-how. Diese Schlüsselbegriffe sollten sich auch in der architektonischen Sprache und Materialität ihrer neuen Hauptverwaltung widerspiegeln, die am Gerard-Mortier-Platz in Bochum realisiert wurde. Der Entwurf von Banz + Riecks Architekten aus Bochum übersetzt die Themen Technik und Recht in eine Kubatur, die Seriosität und Präzision ausstrahlt und diese mit nachhaltiger Wertigkeit verbindet.
Das dreigeschossige, klar strukturierte Gebäude steht oberhalb der Jahrhunderthalle und verfügt über eine Dachterrasse mit weitem Blick über die Stadt. Für Banz + Riecks Architekten rücken neben der Auseinandersetzung mit dem Ort, an dem ein Gebäude entsteht, zunehmend Fragen der energetischen und wirtschaftlichen Optimierung in den Fokus. Um den CO₂-Fußabdruck möglichst gering zu halten, erfolgte die Fachplanung zur energetischen Gebäudeoptimierung eng mit ISW-Ingenieuren sowie dem Ökozentrum NRW. Das Projekt ist als Hybridkonstruktion entwickelt: Die erdberührten sowie die brandschutzklassifizierten Bauteile – beispielsweise das Archivmagazin – bestehen aus Stahlbeton. Hinzu kommen vorgefertigte, schlanke, präzise hergestellte und hochwärmegedämmte Fassaden-Holzelemente. Die hinterlüftete Fassade wurde mit leichten Tonplatten bekleidet und die Fenster mit Wärmeschutzfunktion dreifachverglast. Der Innenraum ist wertig und variabel gestaltet. Einzelbüros für vertrauliche Tätigkeiten, Gruppenbüros sowie Großraumzonen bilden die erforderlichen Nutzungen ab. Der technische Ausbau und die Trennwandanlagen sind anpassbar und lassen sich bei Bedarf umbauen. Für die rund 80 Mitarbeitenden ist im ersten Obergeschoss ein zentraler Koch-, Aufenthalts- und Bistrobereich entstanden. Zudem stehen im zweiten Obergeschoss eine Lounge sowie oberhalb der Bibliothek eine Dachterrasse zur Verfügung. Mit der auf dem Dach installierten Photovoltaikanlage wird der Primärenergiebedarf weitgehend gedeckt. Ergänzend sorgen Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Wärmeversorgung im Winter, während sie im Sommer zur regenerativen Kühlung der Räume beitragen, um die notwendigen Raumklimainnenwerte zu erreichen. Das Zusammenspiel aller energetischen Optimierungsmaßnahmen ist eindrucksvoll: Der Gesamtenergiebedarf liegt rund 60 Prozent unter dem Anforderungswert des relevanten Referenzgebäudes der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
Fotos:
Jens Kirchner
www.jens-kirchner.com
(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|26)