Seriell, sozial, städtisch

Die Ginnheimer Platensiedlung zeigt, wie nachhaltige Verdichtung gelingt

Frankfurt wächst – doch der Platz wird knapp. Während neue Wohngebiete immer weiter an den Stadtrand drängen, zeigt ein Projekt im Stadtteil Ginnheim, dass es auch anders geht: Die Platensiedlung, ein Relikt des Nachkriegswohnungsbaus, wird durch das Architekturbüro Stefan Forster in ein lebendiges, gemischtes Stadtquartier verwandelt. Es zeigt beispielhaft, wie sich Bestandsquartiere verdichten lassen, ohne neue Flächen zu versiegeln, und wie aus monotoner Zeilenarchitektur ein urbaner, sozialer Lebensraum entstehen kann.

Die einst für US-Soldaten errichtete Siedlung bestand aus dreigeschossigen Zeilenbauten mit weiten, ungenutzten Zwischenräumen. Nun wurden diese Gebäude aufgestockt, und erweitert. Forsters Entwurf folgt dem Prinzip der „doppelten Innenentwicklung“: Verdichtung und Aufwertung gehen Hand in Hand. Statt auf Abriss wird auf Transformation gesetzt: mit Respekt vor dem Bestehenden und einer Vision für die Zukunft. Herzstück der Strategie ist die Aufstockung in modularer Holzbauweise. Die Dächer der alten Gebäude wichen vorgefertigten Holzmodulen, die eine schnelle Montage ermöglichen. So wachsen die Zeilenbauten von drei auf fünf Geschosse – ein Paradebeispiel für seriellen, nachhaltigen Wohnungsbau. Ergänzt werden die Zeilen durch sechsgeschossige Kopfbauten in Form von Endhäusern, Brückenbauten und Torhäusern, die den offenen Siedlungsgrundriss fassen und klare städtische Räume definieren. Das Ergebnis: 681 neue Wohnungen, davon die Hälfte gefördert und 177 speziell für Studierende. Neue Kitas, Läden und ein Nachbarschaftstreff beleben das Quartier. Auch im Freiraum spiegelt sich die neue Urbanität: Zwischen den Häusern entstehen klare, grüne Aufenthaltsräume. Die einst gesichtslosen Zwischenflächen werden zu Gärten, Spielplätzen und Treffpunkten. Entlang der Platenstraße sorgen Cafés und kleine Läden für städtisches Flair.

Die Kombination von architektonisch-städtebaulichen Strategien zur Aktivierung von Außenräumen und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Gesellschaftsschichten macht den Umbau der Platensiedlung zu einem Modellprojekt nachhaltiger Stadtentwicklung.

www.sfa.de

Fotos:
Lisa Farkas
www.lisafarkas.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 04|25)

Nothing found.

Alpines Erbe, urban gedacht

Südtiroler Leitmotiv für einen Markenstore

Kunst im Office

Eine textile Rauminstallation bringt Architektur, Natur und Denken in einen sinnlichen Dialog

Dynamisch und grün

Ein Mobilitätsunternehmen in Ratingen hat einen großzügigen Erweiterungsbau erhalten

Neuanfang unter einem Dach

Modernes Gebäude verbindet Arbeiten und Wohnen auf harmonische Weise

Nothing found.

13-Aussenansicht-3_Kunstwuerfel_15_700pixel

Kultur & Hochzeit im Graffiti

Der Kunstwürfel führt nachhaltig die Geschichte seiner Entstehung fort

albert_villen_DIV0630_15_700pixel

Verbunden & Flexibel

Neues Wohnquartier verbindet heterogenes Wohnkonzept mit besonderer Lage

SKP_2293_01_700pixel

Spiel der Flächen

Wechselspiel von Wand- und Deckenscheiben bei großzügiger Taunus-Villa

Ko-lling-OED_Opernplatz14_Galeriegeschoss_Pressemappe-1_15_700pixel

Geradlinig und sinnlich

Offene Bürolandschaft schafft elegantes Arbeitsumfeld, Schallschutz und Diskretion

Foto-3_15_700pixel

Schwedenurlaub in Frankfurt

Ein kleines, aber feines Domizil mit Feriencharakter mitten in der Stadt

2461_310_Villa-Y_Ansicht-von-der-Strasse-I-Garten_300dpi_42_700pixel

Offen & zoniert

Materialien und Volumen definieren die Identität dreier Kuben einer Villa

Waldems_02j_15_700pixel

Wunschgenau

Nach den konkreten Ideen der Eigentümerfamilie ist dieses moderne Haus entstanden

PIC03544-HDR_FINAL_15_700pixel

Aus Lager wird Loft

Geglückte Umnutzung verbindet Nachhaltigkeit und modernes Wohngefühl