Einladende Atmosphäre
Die Gestaltung einer Praxis mit OP-Trakt vereint Funktionalität und Ästhetik
Nach Prüfung der Realisierbarkeit im Rahmen einer Machbarkeitsstudie erhielt das Büro Weidemann Architektur den Auftrag, die Planung für eine Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Pöseldorf zu übernehmen. Das Ziel war, eine helle, freundliche und attraktive Praxis zu schaffen, die im Gedächtnis bleibt. Dabei galt es, verschiedene, auf den ersten Blick auch gegensätzliche Herausforderungen zu meistern: Zum einen sollten die Räume gestalterisch auf hohem Niveau überzeugen und Patient:innen ein Wohlgefühl vermitteln, um Behandlungsstress möglichst zu minimieren. Zum anderen mussten die funktionellen sowie strengen hygienischen und brandschutztechnischen Anforderungen an die Praxis, in der auch operative Eingriffe vorgenommen werden, erfüllt werden.
Die gesamte Gestaltung folgt dem Leitgedanken der Harmonie: Räumlicher Entwurf, Materialwahl der Oberflächen, Farbkonzept und Möblierung in beiden Bereichen – Praxis und OP-Trakt – sind als einheitliches Raumgefüge erlebbar. Da die Bestandsfläche eine begrenzte Raumhöhe aufweist, musste die Deckenplanung höchst präzise erfolgen. Die Lichtplanung der Decke mit exakt integrierten LED-Elementen wurde zum zentralen Gestaltungselement. Sie verbindet beide Bereiche optisch, unterstützt den Arbeitsalltag funktional und schafft zugleich eine einladende Atmosphäre. Auch die spezielle Farbwelt, der durchgängige Bodenbelag, die hochwertigen Sanitärobjekte und die individuell abgestimmte, maßgefertigte Möblierung tragen maßgeblich zur gestalterischen Harmonie bei. Gleichzeitig erfüllen alle Materialien und Objekte die spezifischen Anforderungen einer Praxis – beständig gegen Desinfektionsmittel, langlebig, hochfunktional und genauestens auf die Abläufe im Alltag abgestimmt.
Dazu gehört auch die enge Vernetzung zwischen Empfang und Besprechungsräumen: Patient:innen finden sich schnell zurecht und die Funktionalität sowie die Abläufe in der Praxis sind unmittelbar erkennbar. Die Architekt:innen nutzten Schrägen und Rundungen, um Räume mit dynamischer Wirkung zu gestalten, schafften Platz an den richtigen Stellen und vermieden tote Flächen oder ungenutzte Ecken. So ist ein fließendes Raumkonzept entstanden, das Ästhetik und Funktion harmonisch vereint.
Fotos:
Andrea Flak
www.andreaflak.de
(Erschienen in CUBE Hamburg 04|25)
