In den Garten fließend
Ein Einfamilienhaus besticht durch seinen großzügigen Wohnbereich
Seit Jahrhunderten bildet Huckingen die Schnittstelle zwischen Duisburg und Düsseldorf. Auch wenn der Stadtteil seit 1929 zu Duisburg gehört, schätzen die Huckinger bis heute die doppelte Anbindung und das Angebot zweier Städte vor der Haustür. Seit einigen Jahren entsteht hier das neue Wohngebiet „Am alten Angerbach“ mit rund 235 Doppel- und freistehenden Einfamilienhäusern, einer Kita sowie prägenden Grün- und Freiräumen. Ricardo Ferreira | Architektur und Design Studio aus Meerbusch planten zwei Einfamilienhäuser für die Neubau-Siedlung: Das erste ist ein kompakter Kubus, der auf seinen beiden Wohnetagen ein vielfältiges Programm bietet, wobei vor allem der Wohnbereich durch seine weitläufigen Innen-Außen-Bezüge besticht.
Das Bauherrenpaar mit Hund hatte sich sein eigenes Traumhaus, in Nähe von Natur und Grün, gewünscht. Auf dem schmalen Grundstück, das laut B-Plan maximal zweigeschossig und mit abschließendem Flachdach bebaut werden sollte, entstand ein kubischer Baukörper, der sich durch seitlich angefügte, eingeschossige Bauteile zu einer plastischen Komposition entwickelt. Neben der als Grenzbebauung errichteten Garage beherbergt straßenseitig ein kleiner Annex Garderobe, Gäste-WC und Technikraum. Vom überdachten Eingang aus gelangt man in ein breites Entrée, das den Zugang zur belichteten Garderobe ermöglicht und zum westlich orientierten Treppenhaus führt. Letzteres wird durch die beiden etagenübergreifenden vertikalen Fenster und ein liegendes Fensterformat sehr intensiv vom wechselnden Tageslicht durchströmt – aber auch nach Osten wurde ein zusätzliches Oberlichtband integriert, das die Morgensonne einfängt. Vom Entrée aus ergeben sich Sichtbezüge in den Wohnraum und den Garten, aber auch zu einem kleinen Patio, der zwischen den Baukörpern seinen Platz gefunden hat. Der an das Entrée anschließende Wohnbereich umfasst eine Sitzgruppe mit Medienboard, wobei durch die Verlängerung des Treppen-Luftraums eine kommunikative Verbindung zum Obergeschoss hergestellt wird. Parallel zum Wohnbereich entfaltet sich der Essbereich – über breite Schiebe-Fensterfronten öffnen sich beide Zonen fließend auf zwei Außenterrassen und schaffen fließende Übergänge zwischen Innen und Außen. Neben dem weitläufigen Ausblick in den Garten ergeben sich Sichtbezüge zum transparent gehaltenen Gaskamin, der zugleich eine kleine Sitzbank als Rückzugsnische abschirmt. Die Küche befindet sich schließlich dem Garten am nächsten: Durch zwei raumhohe Fensterfronten über Eck belichtet, liegt sie leicht separiert, aber in direkter Nähe zum Essbereich, ist aber auch vom überdachten Freisitz ebenso gut erreichbar. Gerade in Sommermonaten, wenn auf der Terrasse gegrillt und gegessen wird, ein wichtiges Feature. Während das teilunterkellerte Gebäude im Untergeschoss nur einen großen zentralen Stauraum aufnimmt, ist das Obergeschoss durch eine konsequente Zweiteilung geprägt: Ausgehend von einer Galerie entfaltet sich auf der straßenseitigen Haushälfte der Kindertrakt – mit zwei Kinderzimmern und einem dazwischen geschalteten Kinder-Duschbad. Der gartenseitig orientierte Elterntrakt nimmt neben dem Schlafzimmer das Masterbad mit Sauna und ein dazwischen geschaltetes Ankleidezimmer auf. Außerdem wurde auch noch ein kleiner Arbeitsbereich für das Homeoffice integriert. Alle Zonen werden dabei natürlich belichtet. Ästhetisch wird das Interior durch die überwiegend weiß verputzten Wände geprägt, die mit einem warmen Eichenholzparkett, punktuell aber auch durch schwarze Holzoberflächen des Einbaumobiliars kontrastiert werden. Energetisch profitiert das Haus durch einen Anschluss an das lokale Fernwärmenetz.
Fotos:
Julia Vogel
www.juliavogelfotografie.de
(Erschienen in CUBE Düsseldorf 04|25)