Mutig und konstruktivistisch
Am 21. September ist es wieder soweit: Der Berlin-Marathon erwartet mehr als 50.000 Läufer:innen, von denen viele bereits seit Monaten rund um die Stadt trainieren. Zeit auch für einen Rückblick auf das letztjährige Jubiläum und eine damit verbundene Pop-Up-Idee, die Wellen schlug – nicht zuletzt, da das Projekt für den Londoner Sport-ausrüster UVU, in diesem Fall verantwortlich für die Marathonwesten „The Berlin Racing Vest”, für einen einzigen Tag in der Brunnenstraße 9 umgesetzt wurde. Das Adaptive-Reuse-Gebäude, in dem der Store untergebracht ist, wurde 2007 anhand weniger übrig gebliebener Wände von Architekt Arno Brandlhuber nach dem Critical Construction-Ansatz von Joseph Paul Kleihues wiederaufgebaut. Es spiegelt den brutalistischen Stil wider, der während der Nullerjahre in Berlin ein Revival erlebte. Heute ist in der brutalistischen Brandlhuber-Ikone das Anti ansässig, ein holistisches Wellnessstudio.
Anlässlich des letztjährigen 50. Berlin-Marathons setzte der Pop-up-Store des Londoner Two-Fold-Studios als zweites Partnerprojekt mit UVU ein weiteres, mutiges Statement innerhalb des ikonischen Gebäudes. Die Herausforderung bestand darin, dem Erbe des Gebäudes treu zu bleiben und seine rohe, unfertige Beschaffenheit als kreative Bühne zu nutzen. Die kontrastierenden blauen Sockel vor der rohen, industriellen Betonfläche schaffen einen spannenden Dialog zwischen Bestehendem und Geplantem. Der temporäre Pop-up-Store bewahrte die Strenge von Brandlhubers ursprünglichem Design, wobei die freiliegenden Decken und strukturellen Elemente unverändert blieben. Die blauen Sockel sind Teil der einheitlichen Farbgestaltung, passend zur exklusiven Kollektion, die speziell für den 50. Marathon entwickelt wurde und im Online-Resale mittlerweile Kultstatuslevel erreicht hat.
Fotos:
Schnepp Renou
www.schnepp-renou.com
(Erschienen in CUBE Berlin 03|25)