Wohnschlange im Osten gesichtet

Neue architektonische Formgestaltung in Baumkirchen Mitte

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Keine geraden Straßen, keine geraden Häuser wie Klötze, überall geschwungene Linien – Verdichtung einmal anders. Jedes mehrgeschossige Wohnhaus auf dem Areal Baumkirchen Mitte trägt die Handschrift eines anderen Architekturbüros. Das Gebäude der Architekten Robert Meyer und Tobias Karlhuber war eines der ersten fertiggestellten, dadurch kommt ihm die Funktion zu, im gesamten Areal als Leitbild zu fungieren. Es zeichnet sich durch eine virtuose Fassadengestaltung und eine eigenwillige geschwungene Form aus. Wie bei allen anderen ist das Dach begrünt, teilweise haben sich regelrechte Dachlandschaften entwickelt und auch das Biotop, das sich auf der Fläche der ehemaligen Bahnausbesserungsanlage gebildet hatte, wurde als geschützter Landschaftsraum erhalten. Dies alles gemäß den Auflagen, um das Quartier zu einem – auch  ökologisch wertvollen Ort zu machen.

Die Fassade dokumentiert, das gestalterisch und qualitätvoll entworfen und geplant wurde. Der Stadtteil Berg am Laim war ein Areal, auf dem Lehm gestochen und Ziegel gebrannt wurden. Damit war Ziegel der Ausgangspunkt für den Entwurf der Architekten. Die rostroten Klinker für die Fassade und die hellen homogenen Steine für die Brüstungen umfassen das mäandernde Haus wie Bänder und verleihen dem Gebäude eine unverwechselbare Charakteristik. Auch signalisiert dieses äußere Erscheinungsbild Solidität, Robustheit und Qualität. Den obere Rand der Bänder bildet eine Zahnsteinreihe als zierendes Band. Die Kubatur des riesigen Gebäudevolumens mit einem Volumen von 15.980 m² oberirdisch gleicht einer Schlange, die einen goldenen asymmetrischen Pavillon umschließt. Dieser wurde zu Beginn der Baumaßnahmen als Informationszentrum für künftige Mieter und Eigentümer errichtet. Die drei fünfgeschossigen Gebäudeteile werden durch die zweigeschossigen Stadthäuser verbunden, in denen Vierzimmerwohnungen untergebracht sind. Die fünfgeschossigen Gebäudeteile bieten eine Dachterrasse mit privaten Abschnitten und öffentlichen Bereichen für alle Bewohner. Townhouse-Bewohner haben zum Ausgleich einen kleinen Vorgarten. Zusätzlich gibt es eine Tiefgarage mit 147 Stellplätzen. Die Rundungen der „Türme“ erinnern stark an frühe Siedlungsbauten der Neuen Sachlichkeit, wie etwa den Amerikanerblock in Neuhausen. Die 144 Wohnungen mit unterschiedlichen Größen und Grundrissen werden durch acht Treppenhäuser in den hohen Gebäudeteilen erschlossen, die Stadthäuser haben ihre eigenen Zugänge. Geheizt wird im gesamten Komplex mit Fernwärme: Mit Fußbodenheizung in den Wohnungen, die Treppenhäuser und andere Abstellplätze mit herkömmlichen Heizkörpern.

www.meyerkarlhuber.de

Fotos:

Lothar Reichel
Rolf Dieter Bischoff
www.ralfdieterbischoff.de
Christoph Knoch
www.christophknoch.com

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