Komfort in neogotischen Mauern

Ruhigen Schlaf mitten in Köln bieten sechs Geschosse eines schmalen Stadthauses

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Baugrund inmitten der Stadt ist teuer. Das war früher nicht anders als heute. Kein Wunder also, dass auch noch so kleine Grundstücke bebaut wurden. Und doch fällt dieses Haus in Köln, den Dom in Sichtweite, ein wenig aus dem Rahmen. Seine sechs Geschosse stapeln sich auf einem 60 m² kleinen Grundstück. Hinter der neogotischen Fassade wohnen in acht Apartments heute Gäste auf Zeit. Doch bevor die ersten Einzelreisenden und Gruppen im „statthaus – statt hotel“ nächtigen konnten, musste erst einmal kräftig saniert werden. „Der Stadtkonservator riet mir vor dem Kauf: ‚So gerne ich es restauriert sehen würde … Tun Sie sich das nicht an‘“, erzählt Bauherrin und Planerin Kristin Reuther-Mercurio.

Sie hat das desolate Haus dennoch gekauft, das von den Jahren und einer abgebrochenen Renovierung gezeichnet war. Die teilweise in den 1970er-Jahren verkleinerten Fenster führte sie zu ihrer ursprünglichen Größe zurück und legte die teilweise abgehängten Decken wieder frei. Für die detailgetreue Restaurierung der denkmalgeschützten Fassade wählte der Steinmetz Sandstein in gleicher Qualität. Immerhin stammte das Material der Originalfassade aus demselben Steinbruch, aus dem auch die Dombauhütte ihren Stein bezog. Friese und Kapitelle wurden erneuert, der historische Giebel erhalten, obwohl das Dach dahinter gänzlich neu errichtet werden musste. Innen erinnern Form und Gestaltung einiger Bauelemente an die Bauzeit des Hauses. In puncto Komfort hingegen wurden die 16 bis 57 m² großen Räume in die Gegenwart geholt. Wo es die Zimmerhöhe von bis zu 4,25 m erlaubt, gibt es Schlafgalerien. Andere Apartments sind als Maisonette ausgebildet. Einbauschränke schmiegen sich in Nischen und geben den Kurz- oder Langzeitgästen Stauraum für Nötiges und Unnötiges. Geölte Eichenholzdielen schenken den Räumen, die jeweils mit einer anderen Grundfarbe gestaltet sind, angenehme Wohnlichkeit. Küchenleuchten, die an Dosen erinnern, oder ein Ablagefach, das in die Seite eines Spinds eingebaut wurde, zeugen von viel Liebe für Details. Schlichte Bäder mit weißen Fliesen und Glas schonten das Budget, das bei Umbauten denkmalgeschützter Gebäude doch oft sehr strapaziert wird. Die in dieser Renovierung zutage tretende Liebe zu den Details und der historischen Bausubstanz erfreuen nicht nur die Gäste dieses Hauses, sondern bereichern das gesamte Straßenbild.

www.statthaus.de

Fotos:

Patricia Banczyk
www.bewegende-momente.com

(Erschienen in CUBE Köln Bonn 03|21)

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