Außen kühl, innen warm

Der Eisberg: Ein nachhaltig gestaltetes, neues Wohnhaus in Holz-Hybrid-Bauweise in Moabit

Fassade-geoeffnete-Klapplaeden-Wohnhaus-Eisberg-rundzwei-Architekten-Berlin-Foto-Gui-Rebelo-WHS66_149_15_700pixel

Eine schmale Baulücke in Moabit haben rundzwei Architekten mit einem Wohnhaus in Holz-Hybrid-Bauweise geschlossen. Zur Straße hin zeigt sich der „Eisberg“ mit seiner Fassade aus gewelltem, weißem Alumium kühl. Die nach Süden ausgerichtete Hofseite mit außen liegender Erschließung bietet viel Licht und großzügige Balkone. Das Niedrigenergiehaus wurde größtenteils aus wiederverwertbaren Materialien gebaut und nutzt das kleine Grundstück optimal aus: Auf nur 100 m² Grundfläche entstanden 20 barrierearme Mietwohnungen.

Vom Erdgeschoss bis zum 4. Obergeschoss ermöglicht die ungewöhnliche Geometrie komfortable Grundrisse für neun 2-Zimmer-Mietwohnungen mit jeweils circa 55 m² Nutzfläche. Die offenen Grundrisse verbinden Nord- und Südfassade, dadurch sind Querlüftung und Ausblicke in beide Richtungen möglich. Alle Wohnungen verfügen über ein Schlafzimmer mit Bad en suite sowie über einen Hauswirtschaftsraum. Im 5. und 6. Obergeschoss liegen zwei Maisonette-Mietwohnungen mit jeweils 96 m² Nutzfläche. Das Gebäude ist als Holzskelettbau mit tragenden Vollholzdecken, Fassadenelementen in Holztafelbauweise, Kalksandstein- und Stahlbetonwänden sowie Stahl- und Holzstützen realisiert. Soweit wie möglich wurden Holzfertigteile eingesetzt, um den Bauablauf zu beschleunigen und die Ausbauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Durch die statischen Aufbauten der Wände und Dächer erreicht das Gebäude den Niedrigenergiestandard (KfW 55). Die feuchtigkeitsabsorbierenden Holz- und Kalkputzoberflächen der Konstruktion und Innenwandbekleidungen sind offenporig und tragen so zur natürlichen Klimatisierung der Raumluft bei. Eine Fernwärme-Heizungsanlage versorgt die Fußbodenheizungen der Wohneinheiten.

Die Architekten legten großen Wert auf einfache, möglichst lokal produzierte und gleichzeitig funktionale Materialien: Anstelle von Glas wurden die Balkonbrüstungen und Treppenläufe mit einfachen Edelstahlnetzen gesichert. Der Fahrstuhl ist nur mit einer Streckmetallverkleidung versehen und leuchtend goldgelb lackiert. Statt aufwendiger Bodenbeläge entschieden sich die Architekten für Sichtestrichböden in allen Wohnungen. Die Holzdecken aus Fichtenholz ließen die Planer ebenfalls unverkleidet. Sie sind lediglich weiß geölt und damit perfekt abgestimmt auf die bodentiefen Holz-Aluminium-Fenster auf der Hofseite und die hölzernen „Sitzfenster“ an der Straßenseite. Bis auf Estrich und Putzflächen sind in dem Wohnhaus alle Baumaterialien nur mechanisch befestigt, um ein späteres Recycling zu erleichtern.

www.rundzwei.de

(Erschienen in CUBE Berlin 01|20)

Architekten:

rundzwei Architekten
www.rundzwei.de

Holzfassade und -fenster:

Zimmerei Sieveke
www.sieveke.de

Holz- und Betonrohbau:

Caerus Construction
www.caerus-construction.de

Metallbau und Geländer:

Uckermärkische Metallverarbeitung Prenzlau
www.uckermetall.de

Dachdecker:

Hanebutt Zörner Berlin
www.hanebutt.de

Aufzug:

SMW Aufzugsysteme
www.smw-aufzugsysteme.de

Trockenbau und Innentüren:

BTB Systembau
www.btb-systembau.de

Estrich:

Thiemer Werner Fußbodenservice
Telefon: 030-47411277

Maler:

Lüttgens Malerbetriebe
www.luettgens-malereibetriebe.de

Heizung und Sanitär:

Dörr Lübben
www.doerr-luebben.de

Elektro:

Manfred Küchenmeister
Antennen- und Elektroanlagen
www.mkuechenmeister.de

Fotos:

Gui Rebelo
www.elephantstudio.co.uk

Nothing found.

Expressiv Stützenfrei

Ein Büroneubau in Marsdorf bietet Kita, Cafeteria und kollaboratives Arbeiten

Klar, präzise, dauerhaft

Ein Einfamilienhaus hält die Balance zwischen Massivität und Wärme

Klare Struktur in Rekordzeit

Eine Gesamtschule in Velbert nutzt die Hanglage und setzt auf Cluster

Nothing found.

Sitzler_11_19_700pixel

Neubelebte DDR-Schönheit

Revitalisierung eines 1970er-Jahre-Apartments in der Leipziger Straße

Passagierschiff in Pankow

Architekturbüro generiert ein Grundstück und schafft Mitarbeiterwohnungen für die Charité

Robert_Beyer_Architekten_Haus_M_1-C-KR_web-29_19_700pixel

Neuer alter Charakter

Robert Beyer erhielt den Auftrag, das typische 1930er-Jahre Wohnhaus von Grund auf zu sanieren und dabei dessen ursprünglichen Charakter wieder…

Kreativ-stilvolle Reduktion

Ein Japanisches Penthouse glänzt in schlichter Schönheit als Wohlfühlinsel

Vitale Neuordnung im Raum

Modernes Arbeiten für eine internationale Kanzlei am Potsdamer Platz

OSZ-C-Ebener-9288-1_15_700pixel

Die Zukunft des Schulbaus

Ein mutig begangener neuer Ansatz eines kompakten, sechsgeschossigen, quadratischen Gebäudes, in dem die Durchwegungen und die Raumaufteilungen auf…

Gaijin-Kit-Chin-1_15_700pixel

Funktionaler Luxus der Leere

Hotel im japanischen Stil an zentraler Stelle in Schöneberg

Know-How auf italienische Art

„Made in Italy“ ist das Gütezeichen einer Wohnungszusammenlegung in Berlin