Raum für Lebendigkeit

Eine Wohnung im Westend setzt auf Minimalismus und verbindet zwei Gebäudeteile

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Große Architekturgesten bei minimalistischem Farb- und Materialkonzept: Das wünschten sich die Bauherren des Innenarchitekturbüros Schmidt Holzinger aus Rodgau. Doch nicht nur für diesen Wunsch mussten sich die Innenarchitekten einen überzeugenden Entwurf überlegen. Die Wohnung liegt in einem Gebäude, das aus zwei Baukörpern besteht. In dem älteren, revitalisierten Gebäudeteil befinden sich Eingang, Gästetrakt und Bäder. In dem neuen Anbau liegen der offene Wohn- und Essbereich sowie das Schlafzimmer mit Ankleide. Es brauchte also auch eine gelungene und dem minimalistischen Konzept folgende Verbindung zwischen beiden Gebäudeteilen.

Die farbliche Reduktion ist in dem sich selbst zurücknehmenden Farbkanon aus Weiß- und Grautönen sichtbar, dem auch Polstermöbel, Vorhänge und Accessoires folgen. Die Oberflächen sämtlicher Türen und Einbaumöbel sind in mattweißem Schleiflack gefertigt. Der Fußboden ist fugenlos mit einer Beschichtung aus grauem Mikrozement versehen, Boden- und Wandoberflächen in den Bädern sind ebenfalls zementgrau beschichtet.

Um beide Gebäudeteile miteinander zu verbinden, planten die Innenarchitekten einen insgesamt 15 m langen Flur, der aus beiden Gebäudeteilen eine Wohnung macht. Auf der linken Flurseite verläuft eine grifflose Möbelwandbekleidung, die ohne Vor- und Rücksprünge schnurgerade in einer Flucht verläuft. Ein über die gesamte Länge des Flurs verlaufender Deckenlichtkanal setzt deren weiße Fronten dabei in Szene. Zusätzlicher Clou: Am Ende des Flurs ist ein Homeoffice eingerichtet. Der gibt sich allerdings nicht als solcher zu erkennen, denn erst, wenn die Schreibtischplatte heruntergeklappt ist, wird der Arbeitsplatz sichtbar.

Die Wohnräume im Anbau beeindrucken mit 4 m hohen Decken. Hier sind unter anderem Küche und Schlafzimmer untergebracht. Ein Deckenlichtkanal in der Küche lässt den raumhohen Küchenschrank in die Decke hineinwachsen. Typische Küchenfunktionen wie Spüle, Kochfeld und Backofen werden bei Bedarf unsichtbar. Sie verschwinden einfach hinter Klapptüren, sodass eine cleane Möbelfront entsteht. Auch im Schlafzimmer findet sich ein beachtlich hohes Möbel: Hinter dem Bett ragen die Schiebetüren eines 4 m hohen Kleiderschranks in die Höhe, der reichlich Stauraum für die Kleidung seiner Bewohner bietet. Sind seine Türen geschlossen und die sich geradezu bunt ausnehmende Kleidung dahinter verschwunden, schafft die Reduktion im Schlafzimmer störungsfreie Nachtruhe.

www.schmidtholzinger.de

Fotos:

Kaiser Schäfer Fotoworks
kaiser-schaefer.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 02|21)

Innenarchitekten:

Schmidt Holzinger
www.schmidtholzinger.de

Schalter, KNX, Homeserver:

Albrecht Jung
www.jung.de

Küche:

Schmidt Holzinger
www.studioholzinger.de

Armaturen:

Boffi
www.boffi.com

Sanitär (Keramik):

Ceramica Flaminia
www.ceramicaflaminia.de

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