Aus einem Guss

Das Raumprogramm sollte auf eine vierköpfige Familie zugeschnitten sein, auf der Wohnebene sollte größtmögliche Offenheit herrschen und es sollten möglichst wenig verschiedene Materialien eingesetzt werden

wbo-09-bernoully-full-12-_15_700pixel

Zwei benachbarte Duplex-Wohneinheiten, die den oberen Abschluss eines Mehrfamilienhauses bilden, sollten zusammengelegt und grundlegend umgebaut werden. Für das so entstehende neue Familiendomizil hatten die Bauherren einige Wünsche an Schluppkotten Architekten, die es zu vereinbaren galt: Das Raumprogramm sollte auf eine vierköpfige Familie zugeschnitten sein, auf der Wohnebene sollte größtmögliche Offenheit herrschen und es sollten möglichst wenig verschiedene Materialien eingesetzt werden. Schnell war klar, dass eine solche Zusammenlegung zweier Wohnungen nicht ohne aufwendige Eingriffe in den Rohbau realisiert werden konnte.

Eine Herausforderung war es dabei, die Präsenz der früheren Wohnungstrennwand auf ein Minimum zu reduzieren. „Im ersten Schritt haben wir eine Reihe von Durchbrüchen ausgeführt. Im zweiten Schritt haben wir die statisch unverzichtbaren Wandscheiben und Unterzüge in den Ausbau integriert oder über Vouten zu Lichtquellen uminterpretiert“, so Dirk Miguel Schluppkotten. Schöner Nebeneffekt: Die Vouten verstecken nicht nur die LED-Leuchten, sondern schenken auch gleichmäßiges Licht und erhellen die Räume auf sanfte Art.

Um den einheitlichen und ruhigen Charakter der neu geschaffenen Wohnung zu stärken, sprechen sämtliche hochwertige Einbaumöbel die gleiche, reduzierte Sprache: Wie beispielsweise die Kaminmöbel mit Tunnelkamin im Bereich der früheren Trennwand, die Küche mit freistehendem Küchenblock, der den Querbezug und die „Überwindung“ der Trennwand thematisiert, oder auch der Abstell- und Technikschrank unterhalb des Treppenpodests. Wie vom Bauherren gewünscht, haben die Architekten einen durchgängigen Bodenbelag von Savamea in allen Räumen verlegt: Vom Wohnbereich bis zur Dusche wirkt dieser wie aus einem Guss.

„Zentrales Element des Entwurfs ist die vierläufige Treppe, die in ihrer Form eine Vielzahl von Erschließungsfiguren vereint und so die neu gewonnene Bewegungsfreiheit inszeniert“, erklärt der Architekt. Die individuell gestaltete und gefertigte Treppe wirkt zwar filigran, ist aber sehr robust: Denn sie ist aus Stahl. Während des Umbaus wurde auch die technische Gebäudeausrüstung auf modernen Standard gebracht: So wurden beispielsweise eine Fußbodenheizung, Handtuchheizkörper in den Bädern oder auch Teilklimaanlagen eingebaut. Durch die Zusammenlegung der beiden Wohneinheiten des Staffelgeschosses entstand schließlich ein Haus auf dem Haus, das sich mit seiner umlaufenden Terrasse zudem vom Rest des Gebäudes abhebt.

www.schluppkotten-architekten.de

(Erschienen in CUBE Frankfurt 01|20)

Architekten:

Schluppkotten Architekten
www.schluppkotten-architekten.de

Trockenbau, Putz-, Malerarbeiten:

Pravdic Malerservice
www.pravdic-malerservice.de

Estrich, Fußbodenbelag:

Zebo-Fußbodenbau
www.zebo-fussbodenbau.de

Heizung, Lüftung, Sanitär:

GHG
www.g-h-g.de

Kaminbauer:

Gregor Hartmann Ofendesign
www.ofendesign.de

Türen:

ComTüren
www.comtuer.de

Schlosser:

Roger & Scheu Metallbau
www.rogerscheu.de

Terrassen:

Immo Herbst
www.immo-herbst.de

Küchenbau:

Rieth
www.rieth-kg.de

Armaturen:

Vola
de.vola.com

Antonio Lupi
www.antoniolupi.it

Leuchten:

Artemide
www.artemide.com

Occhio
www.occhio.de

Fotos:

Moritz Bernoully
www.moritzbernoully.com

Nothing found.

Die Bienen

Haushaltsauflösung & Entrümpelung

Ein klares Statement

Test- und Innovationszentrum für den Motorsport mit aerodynamischer Architektur

Haus mit zwei Gesichtern

Drei schmale Satteldächer prägen ein Doppelhaus für zwei Parteien

Zwischen Produktion und Pause

Die neue Kantine auf dem HAKRO Campus

Nothing found.

JMF-24-09-20_DSF6291-96_19_700pixel

Gegengewicht

Neuer Museumskomplex begreift sich als Zentrum für jüdische Kultur

1_Gewu-rzladen_Wiesbaden_19_700pixel

Traditionsreiche Gewürze

Familiengeschäft bringt Würze ins Leben

B-V_1130_Foto_01_JLV_15_700pixel

Geschliffener Findling

Neubau in einem Villenviertel wertet seine Umgebung auf

Markant in Rot

Fließender Übergang zwischen Innenraum und Natur

Ruheoase

Ruheoase

Idyllisch gelegene Ferienhäuser garantieren entschleunigtes Leben

K1600_20200529_078_PBP-Architekten-C-DUCKEK-Hafenparkquartier-Herr-Pastuschka__G9A4932_19_700pixel

Differenziert & einheitlich

Ziel war es, individuelle Wohnhäuser in einer Fassadensprache zu entwickeln. Der Wechsel der Fassadenmaterialien arbeitet dabei die einzelnen…

Atmosphärisch und verbindend

Ausgeklügeltes Beleuchtungskonzept für den Musikgenuss

Radikal reduziert

Neubau aus Holz für eine Familie konzentriert sich aufs Wesentliche