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Tradition trifft Innovation

Die Innenarchitektur des neuen Hiltl erweist der alten Sihlpost ihre Reverenz

Am zukünftigen Europaplatz direkt beim Hauptbahnhof befindet sich das neu eröffnete Hiltl... mehr

Am zukünftigen Europaplatz direkt beim Hauptbahnhof befindet sich das neu eröffnete Hiltl Sihlpost. Das Besondere: Als Bar-Theke dienen die original Post-Theken aus den 1930er-Jahren, und auch die Postfächer der damaligen Sihlpost kehrten zurück an ihren Ursprungsort.

In dem vegetarischen Gastronomiebetrieb stehen über 100 Plätze auf 250 m² zur Verfügung – die Hälfte davon dank der Raumhöhe von über fünf Metern auf einer „schwebenden“ Galerie über der Bar-Theke. Weitere 100 Sitzplätze kommen während der Sommermonate im Aussenbereich dazu.

Für die räumliche und atmosphärische Gestaltung ist Szenenbildnerin Ushi Tamborriello verantwortlich: „Die Tatsache, dass wir uns nicht nur in den historischen Räumlichkeiten bewegten, sondern uns darüber hinaus original Ausstattungsgegenstände der alten Sihlpost zur Verfügung standen, hatte einen grossen Einfluss auf die Konzeption des Lokals. Die in den alten Gemäuern ablesbare Baugeschichte der Sihlpost zu erhalten und die Präsenz der starken, authentischen Strukturen für ‚das Neue‘ zu nutzen, war die wesentliche Intention unserer räumlichen Aussage.“ Konkret wurde der Gussasphalt am Boden erneuert und mit einer klassischen Strassenmarkierung als Träger der Signaletik genutzt. Roh betonierte, verputzte Wände und historische Pilzstützen wurden durch Sandstrahlen von ihren Beschichtungen befreit und in ihrer Rauheit bewusst belassen. Das Gefüge der alten Postfächer bindet den Liftkubus samt Technik ein. Unter der Galerie entwickelt sich eindrücklich die lange hölzerne Bar-Theke aus den alten Schalterelementen. In der ehemaligen Einfahrt der „Post-Garage“ schwebt heute das Herzstück, das Hiltl-Buffet, und bildet somit den Fokus des gesamten Raumgefüges. Das Buffet kann als komplettes Element unter die Decke gezogen werden und gibt den Raum unter sich frei. Kühn schwingt sich in der Mitte des Raumes eine Treppe nach oben, verbindet die schwebende Stahlgalerie mit dem Erdgeschoss. Auf den Toiletten begleiten den Gast Postverteilgrafiken aus dem PTT-Archiv von 1930. Dieses Wechselspiel aus Erfundenem und Gefundenem, aus Innovation und Tradition, führt als Thema durch die gesamte Hiltl Sihlpost.

Ein weiteres Highlight ist die Fallblattanzeige des jungen Essener Unternehmens „vierkant“. Die 10 m lange Anzeigetafel präsentiert das Self- und Take-Away-Angebot mit den original rollierenden Zeichen der historischen Anzeige des Flughafens Köln/Bonn. Mit dieser dynamischen Speisekarte wird eine urbane, emotionale Reise-Atmosphäre kreiert, die perfekt an den Zürcher Hauptbahnhof passt.

www.ushitamborriello.com

Innenarchitektin: ushitamborriello www.ushitamborriello.com Fotos: Jochen Splett mehr

Innenarchitektin:

ushitamborriello
www.ushitamborriello.com

Fotos:

Jochen Splett