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Identitätsstiftende Skulptur

Das Schiffstationshaus in Rüschlikon spielt mit der Form einer Seerose

Die in Etappen erneuerte Seeuferanlage der Gemeinde Rüschlikon fungiert als Verbindung zwischen... mehr

Die in Etappen erneuerte Seeuferanlage der Gemeinde Rüschlikon fungiert als Verbindung zwischen Dorf und Wasser. Das Herzstück des Platzes vor der Anlegestation Rüschlikon bildet das neue Stationshaus.

Die Anlage bei der Schiffstation sollte für Rüschlikon zu einem auffallenden Wahrzeichen werden, das auch für die Bevölkerung identitätsstiftend ist. Teil der Wettbewerbsvorgabe war die Orientierung an der „Rüschliker Rose“, die sich im Wappen der Gemeinde findet. Davon ausgehend entschied sich die Architektin Naomi Hajnos für das Motiv des Seerosenblattes. Die pflanzliche Inspiration sollte dabei nur subtil durchscheinen; die Form des Blattes bildete die Basis für die Konstruktion, wobei auch funktionale Aspekte im Fokus standen.

Die klassische Wartehaustypologie, wie man sie im städtischen Kontext kennt, wurde auf diese Weise neu interpretiert, ohne an Vertrautheit zu verlieren. „Diese Analogie“, so die Architektin, „haben wir aufgenommen und zusammen mit der organischen Dach- und Stützenform eine eigenständige Skulptur für Rüschlikon geschaffen.“ Während sich das Stationshaus am Tag diskret in die Umgebung einfügt, leuchtet sie abends einer Laterne gleich und wird dadurch auch zu einem Orientierungspunkt. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Wasserspiel schafft die Wartestation eine städtische Platzsituation, welche die Anbindung an das Dorf betont und eine Schnittstelle zwischen See und Dorf bildet. Sie fungiert als Tor zur Gemeinde und ist für die vom See herkommenden Passagiere eine Art Willkommensgruss. Diese dialogische Funktion wird auch im Bau thematisiert. Durch dessen Dachauskragung Richtung Schiffsteg wird der Besucher eingeladen, darin Schutz vor Regen oder Sonne zu suchen. Das Wasserspiel bildet eine harmonische Ergänzung zur Station und breichert den Raum der grosszügigen Anlage; er wirkt gerade für Kinder besonders attraktiv. Die Holzkonstruktion mit ihrem filigranen Stützenraster nimmt das Motiv des Blattskelettes auf, welches sich auch fein eingemeisselt auf dem Betonboden wiederfindet. Durch ihre Materialisierung in Holz lehnt sich die Station an den Schiffbau an; auch der feine Grünton des lackierten Holzes strahlt etwas Maritimes aus. Die architektonische Grundstruktur ist schlicht aber gespickt mit zahlreichen Subfunktionen wie einer integrierten Sitzbank sowie einer Beschilderung und ist zudem für den Windschutz mit Glasfronten erweiterbar. Mit der Assoziation einer Seerose wird einerseits die Verbindung zum See geschaffen, andererseits ist diese organische Form auch eine Referenz an die Zürcher Wartestationen, die in jüngster Zeit durch sorgfältige Renovationen ein architektonisches Revival erlebten.

www.naomihajnos.ch

Architekten: Naomi Hajnos www.naomihajnos.ch Fotos: Naomi Hajnos GmbH mehr

Architekten:

Naomi Hajnos
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Fotos:

Naomi Hajnos GmbH