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Stilmix mit Abkühlgarantie

Umgeben vom Jugendstil und einem Hauch der 1960er-Jahre in den Naturpool eintauchen

Tiefes Grün, gleißendes Weiß und dazu das Blau des Himmels. So sehen Sommerträume aus. Und so... mehr

Tiefes Grün, gleißendes Weiß und dazu das Blau des Himmels. So sehen Sommerträume aus. Und so sieht die Realität nach einem aufwendigen Restaurierungs-, Planungs- und Bauprozess aus. Denn ganz neu ist die Anlage nicht, doch viel war vom historischen Teil der Badeanlage nicht übrig. Der Zahn der Zeit hatte schon lange genagt, so sehr, dass außer den Grundmauern des 300 m² großen Boots- und Schwimmteiches nur noch Fragmente der ehemals prunkvollen Jugenstillauben übrig waren. Kein Grund, den Mantel des Vergessens darüber zu breiten, Abrissbirne und Bagger dem Verfall Nachhilfe leisten zu lassen. Im Gegenteil, in neuer Pracht sollte die historische Badeanlage wiedererstehen, erneut zum Eintauchen einladen. Eintauchen in die Geschichte heißt in der Architektur gelegentlich aber auch, von den Grundmauern ausgehend zu restaurieren.

Und genau das hat das Architekturbüro Destilat in Zusammenarbeit mit Architekt Claus Ullrich mit dem alten Boots- und Schwimmteich und den im Halbrund darumstehenden Lauben gemacht. Der Bootsteich dient heute als Regenerationsbecken für das darin versenkte Naturschwimmbecken. Die noch vorhandenen Relikte der Jugenstillauben mit ihren reichen Schnitzereien dienten als Vorlage für die Restaurierung und Ergänzung der ursprünglichen Holzkonstruktion aus Lärchenholz. Sie schließen im Halbrund an neue Sichtschutzwände an, die das neue Badehaus rahmen und ihm durch ihr Lochmuster und den weißen Anstrich einen fast schon orientalischen Charakter geben. „Dieses Badehaus hatten sich die Bauherren explizit im Stil eines Bungalows aus den 1960er-Jahren gewünscht“, erzählt Designer Henning Weimer. Der Bungalow wirkt südländisch, schon allein weil er mit seiner weiten Dachauskragung eine großzügige Terrasse überspannt. Anders als es bei originalen Bauwerken aus der Mitte des letzten Jahrhunderts üblich ist, wurde der Bungalow in Holzriegelbauweise errichtet und nicht aus Beton oder Mauerwerk. Eine kleine Täuschung, wie eine Aufforderung, die Realität – oder was wir dafür halten – häufiger mal zu hinterfragen. Bei diesem Badehaus stellt sich auch die Frage, was ist innen und was außen? Denn beide Bereiche gehen fast nahtlos ineinander über. Die großen Fenstertüren lassen den Innenraum wie einen geschützten Außenraum wirken. Ein Eindruck, der durch die geschliffene Bodenplatte verstärkt wird, die einen anderen Bodenbelag überflüssig macht. Wäre nicht der Hängekamin präsent, würde wohl kaum jemand an die kühlere Jahreszeit denken. Doch was sich als Sommerhaus präsentiert, ist durchaus auch für europäische Winter geeignet. Dann lockt vielleicht weniger der Sprung ins erfrischende grüne Nass als eine vereiste Fläche zum Schlittschuhlaufen.

www.destilat.at

(Erschienen in CUBE Wien 03|20)

Architekten: Destilat Design Studio www.destilat.at Hängelampe: Flos www.flos.com... mehr
Architekten:

Destilat Design Studio
www.destilat.at

Hängelampe:

Flos
www.flos.com

Vorhänge:

Nya Nordiska
www.nyahome.de

Stuhl, Esstisch:

Vitra
www.vitra.com

Kamin:

Focus
www.focus-kamin-design.de

Fotos:

Monika Nguyen
www.monikanguyen.net

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