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So bunt wie das Leben

Kontrastreich zeigt sich die Einrichtung einer inklusiven Wohngemeinschaft

Gesellschaftliche Teilhabe gestaltet sich nicht für alle Menschen gleich einfach. Es bedarf... mehr

Gesellschaftliche Teilhabe gestaltet sich nicht für alle Menschen gleich einfach. Es bedarf vielfach unterstützender Projekte, die Inklusion fördern. Wobei letztendlich die Gesellschaft davon ebenso profitiert wie die Einzelnen. Ein besonderes inklusives Wohnprojekt hat das Architekturbüro Megatabs für Jugend am Werk umgesetzt. Schon die Lage in der Leopoldstadt, nahe am Karmelitermarkt, zeigt, dass es hier darum geht, mitten im Leben zu sein. Zentral und gut erreichbar steht die Wohngemeinschaft sechs Menschen offen, darunter zwei ohne und vier mit Einschränkungen. Sie leben miteinander und diskutieren ihre Wohnbedürfnisse auf Augenhöhe aus. Ganz klarer Ansatz des Projekts ist, dass hier nicht ein Verhältnis von Betreuten und Betreuenden dem Zusammenleben im Wege steht. Wo Betreuung notwendig ist, übernimmt dies der Träger der Einrichtung.

Zentraler Bereich für die Gemeinschaft sind die beiden Küchen, die an den beiden Enden eines Funktionsblocks angeordnet sind. Dieser eingeschobene Kubus beherbergt neben den Küchenzeilen auch die Nasszellen. Zwei davon sind mit Dusche, eine ist mit zwei Waschbecken ausgestattet. Passend zum Wohnkonzept gibt es sechs gleich große Zimmer, die als ganz privater Rückzugsort zur Verfügung stehen. Sie sind wie auch die gemeinschaftlichen Bereiche spiegelbildlich angeordnet, als würde der langgezogene Wohnungszuschnitt von einer Querachse durchzogen. So scheint es, dass sich jeweils drei Bewohner:innen eine Küche und eine Dusche teilen. Das erleichtert das Zusammenleben ungemein, wie alle WG‑Erfahrenen sicher nachempfinden können. Festgelegt ist die Zuordnung aber nicht und spätestens im Wohnbereich, der mittig zwischen den Zimmern liegt, treffen sich ohnehin alle wieder. Dieser Raum lässt sich durch raumhohe Vorhänge vom Flur abgrenzen und erhält dadurch einen gemütlichen Charakter.

Im klaren, unverschachtelten Grundriss fällt die Orientierung leicht. Und das war eines der zentralen Themen bei der Gestaltung, in deren Mittelpunkt die Bedürfnisse der Bewohner:innen stehen. Dementsprechend wurde auch die Farbgebung gewählt. Kontrastreich und fröhlich führt sie durch die Wohnung, betont die Funktionalität und erhöht das Wohlbefinden der Anwesenden. Dass das Konzept aufgeht, ist mittlerweile bewiesen. Wer heute in die Wohnung kommt, findet längst Fotos in den vorgegebenen Rahmen an der grauen Wand und zahlreiche Notizen und Gedanken der hier in Gemeinschaft Lebenden.

www.megatabs.com

Fotos: 

Leonhard Hilzensauer
www.leonhardhilzensauer.com

(Erschienen in CUBE Wien 03|23)