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Neue, alte Lebensqualität

Andreas Aichberger über Blocksanierungen in Wien

CUBE: Herr Aichberger, Sie sagen, Blocksanierung sei ein städtebauliches Werkzeug, um Stadtteile... mehr

CUBE: Herr Aichberger, Sie sagen, Blocksanierung sei ein städtebauliches Werkzeug, um Stadtteile und Grätzl strukturell zu verbessern und um die Wohnqualität in einem Gebiet zu steigern. Wie viel Potenzial verbirgt sich denn in Wien?
Andreas Aichberger: Für uns Architekten und Architektinnen stellt vor allem die Erdgeschosszone und der dazugehörige öffentliche Raum ein spannendes Betätigungsfeld dar, bei dem auch rasch eine Verbesserung für die Bewohner spürbar wird. Zum anderen kommen innerstädtisch – durch geförderte Dachgeschossausbauten und Wohnungssanierungen in Bestandshäusern – bezahlbare Wohnungen in einem zeitgemäßen Standard auf den Markt.

Wie können sich Bürger über Blocksanierungsprojekte in ihrem Stadtteil informieren? Was tut die Stadt Wien dafür?
Die Initiative für eine Blocksanierung geht in der Regel in Wien vom Bezirk aus. Fachlich vorbereitet und schließlich beauftragt wird es vom Wohnfonds Wien in Abstimmung mit den Dienststellen und vor allem der Gebietsbetreuung Stadterneuerung: Dort erhalten Bürger alle wichtigen Erstinformationen zum Thema Blocksanierung und Stadtsanierung.

Hohe Kosten, vertrackte Eigentumsverhältnisse und komplexe baurechtliche Anforderungen können ein Vorhaben schnell scheitern lassen. Wie können sinnvolle Projekte trotzdem umgesetzt werden?
Eine wesentliche und kostenlose Serviceleistung für Hauseigentümer stellen die sogenannten „Schlüsselliegenschaftsbearbeitungen“ dar. Es werden Gebäude herausgefiltert, die sich besonders gut für ein Sanierungsvorhaben eignen und darüber hinaus auch über eine gewisse Bedeutung für das Grätzl verfügen. Durch Machbarkeitsstudien können – sowohl in bautechnischer als auch in baurechtlicher Hinsicht – Lösungswege aufgezeigt werden sowie das dazu passende Fördermodell ausgewählt werden.

Sie haben bereits drei Blocksanierungen abgeschlossen. Darunter war das Bauvorhaben in der Pillergasse, das Sie im vergangenen Jahr fertiggestellt haben. Wie erleben die Bewohner und Nachbarn Ihre neue, „alte“ Umgebung?
Bei den Blocksanierungen werden ja Liegenschaftseigentümer, Geschäftsinhaber und Bewohner in den Prozess der Ausarbeitung des Blocksanierungskonzeptes eingebunden: Dadurch entsteht allein schon eine tiefgreifende Identifikation mit dem gesamten Grätzl. Wenn der Flair der historischen Bausubstanz erhalten bleibt und dabei das Haus den heutigen Wohn- und Lebensansprüchen gerecht wird, wie in der Pillergasse 11 zu erleben, dann steigt nachweislich auch die Lebensqualität der Bewohner  und das lädt selbstverständlich zur weiteren Nachahmung ein.


Herr Aichberger, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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Andreas Aichberger

Der gebürtige St. Pöltner Andreas Aichberger absolvierte zunächst eine Ausbildung als Bau- und Möbeltischler, bevor er mit dem Architekturstudium begann. 1999 machte er bei Prof. Helmut Richter an der Wiener TU sein Diplom.

aichberger architektur ZT ist heute mit einem Team von 17 Architekten und Designern an zwei Standorten in Wien und St. Pölten tätig. Arbeitsschwerpunkt: Der innerstädtische Wohnbau mit den Spezialgebieten Sanierung, Zubauten und Nachverdichtung.

Fotos:

Sebastian Schubert