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Kunstvolle Verwandlung

Feinfühliger Teilrückbau und akzentuierter Zubau statt vollständigem Abriss

Kunstvolle Verwandlung
Schnitt
Kunstvolle Verwandlung
Untergeschoss
Kunstvolle Verwandlung
Erdgeschoss
Kunstvolle Verwandlung
Obergeschoss
Lang, unglaublich lang streckt sich das Grundstück von Süd nach Nord, ganze 110 m. Dabei misst... mehr

Lang, unglaublich lang streckt sich das Grundstück von Süd nach Nord, ganze 110 m. Dabei misst es an seiner breitesten Stelle gerade mal 9,5 m. Diese Abmessungen und die auf den zweiten Blick sichtbare Bausubstanz wie Dippelbaumdecken und 65 cm dicke Wände waren der Grund, warum das Gebäude mit dem stolzen Baujahr 1900 nicht weichen musste, sondern durch Umbau und Zubau in die Gegenwart geholt wurde. „Mit den heutigen Bestimmungen hätten wir das Grundstück so nicht bebauen dürfen“, erklärt Architekt Alexander Nieke, der mit seinem Büro archiguards die Verwandlung geplant und umgesetzt hat.

Auffallend von der Straßenseite ist das nachtblaue Haus, wenn bei Einbruch der Dunkelheit die Neonschrift auf der Fassade leuchtet und den Hof des Vorgartens erhellt. „Der Schriftzug ist der Titel einer Ausstellung der Eigentümerin. Er regt vor allem jeden Passanten und Neuankömmling zum Nachdenken – und hoffentlich – zur Offenheit an“, erzählt Nieke. Eines jedenfalls wird gleich klar: Hier bildet die Architektur den Rahmen für das Leben. Einheitlich, fast streng zeigt sich das Fensterraster der Südfassade im Unter- und Erdgeschoss, angelegt im Bestand, aber auf französische Fenster verlängert. Im Obergeschoss zieht sich über die gesamte Südseite eine Fensterfront, verschattet von der auskragenden Geschossdecke. Die verleiht dem Gebäude einen boxähnlichen Charakter, gekrönt von einer weiteren, kleinen Box, dem Dachgeschoss.

Als Galerie angelegt und zum Vorgarten hin verglast, verbindet ein 15 m langer Zubau den Carport mit dem Haus und mündet direkt in das Untergeschoss. Wo früher nur Kellerräume waren, konnte durch Tieferlegen des Bodens der Gästebereich entstehen, mit den alten Dippelbaumdecken und originalen Jugendstil­zement­fliesen. Der Wohnbereich eine Etage höher präsentiert sich offen, weitläufig und hell, was durch den Rückbau der Zwischendecke über dem Wohnzimmerbereich möglich wurde. Um sommers wie winters den idealen Sonnen- und Lichteintrag zu haben, formt die Auskragung des Daches ein ringförmiges U. So fällt Licht selbst über das Dach in den Innenraum, der dennoch vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt ist. Nach Norden mit Blick in den Garten mit altem Baumbestand und dem langen Pool ist dieser konstruktive Sonnenschutz nicht notwendig.

Eine stählerne Wendeltreppe strukturiert die offene Erdgeschosszone und trennt optisch in ihrer weißen Leichtigkeit Wohnen von Essen und Kochen ab. Sie führt auf die Galerie, die den hohen Wohnraum umgibt und die oberen Geschosse erschließt. Ein Einbauschrank nimmt auch die Treppe in das Dachgeschoss auf, das mit zwei uneinsehbaren Terrassen aufwartet – nach Süden mit Blick über die Dächer der Stadt, nach Norden in die Baumwipfel.

www.archiguards.at

Wohnfläche: 270 m²
Grundstücksgröße: 970 m²
Bauzeit: 2018–2019
Bauweise: Bestand aus massiven Ziegelwänden und Dippelbaumdecken, ergänzt mit Sichtbeton, neues Dachgeschoss aus Ziegel, Stahl und Holz
Energiekonzept: Sole-Wasser-Wärmepumpe für Heizung und Kühlung, Photovoltaikanlage, Kamineffekt über Dachöffnungen, Gartenbewässerung über alten Grundwasserbrunnen

(Erschienen in CUBE Wien 03|20)

Architekten: archiguards www.archiguards.at Fenster & Portale: Josko Fenster &... mehr
Architekten:

archiguards
www.archiguards.at

Fenster & Portale:

Josko Fenster & Türen
www.josko.at  

Haustechnik:

Glatz Haustechnik
www.haustechnik-glatz.at  

Dach, Holzbau:

Palma Dach
www.palma-dach.at  

Offener Kamin:

Andreas Pani
www.pani.at  

Boden (Holz, Stein):

Bodenpersonal Aigner
www.bodenpersonal.at   

Tischler:

Tischlerei Richard Stimmeder
www.stimmeder.at  

Beleuchtung:

Egger Licht
www.eggerlicht.com

Fotos:

Wolfgang Leebe
www.wolfleeb.com

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