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Ja zum Ökomobil

Wiens Ziel: Fahrzeugmenge reduzieren, Elektromobilität steigern

Was wäre, wenn wir zukünftig keine Ladestationen mehr bräuchten, weil das Elektroauto selbst... mehr

Was wäre, wenn wir zukünftig keine Ladestationen mehr bräuchten, weil das Elektroauto selbst Ladestation und Speicher vereint? An einem solchen Konzept arbeiten seit geraumer Zeit Studenten der Universität Eindhoven und einige Autohersteller. Allesamt verfolgen mit dem mit Solarkollektoren versehenen Elektrofahrzeug gleiches Ziel: Ein in der Ökobilanz optimales Auto. Bis es auf Wiens Straßen jedoch soweit ist, überqueren derzeit noch pro Tag mehr als eine halbe Million Fahrzeuge die Stadtgrenzen. Der dortige motorisierte Verkehr verursacht rund 40 Prozent der CO2-Emissionen. Dies zu reduzieren, steht ganz oben auf der Agenda der Stadtregierenden.

Folglich soll bis 2025 der Individualverkehr auf 20 Prozent zurückgehen und die Elektromobilität auf ein hohes Niveau steigen. Im Fokus der beschlossenen Elektromobilitätsstrategie „Fachkonzept Mobilität“ liegen daher alle Maßnahmen zur Elektrifizierung der öffentlichen Fahrzeugflotten und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. Aufgrund enger Platzverhältnisse in der dicht verbauten Innenstadt sollen Ladestationen im halböffentlichen beziehungsweise privaten Raum, wie zum Beispiel auf Parkplätzen oder in Garagen, zur Verfügung gestellt werden.

Das ist ganz im Sinne des Elektromobilisten, denn sein Bewusstsein für diese Fahrzeugtypen wächst, jedoch verhindern bürokratische Hürden wie das Wohnungseigentumsgesetz ein unkompliziertes Installieren von privaten Ladestationen. Laut Gesetzgebung bedarf der Einbau einer Ladestation der Zustimmung sämtlicher Eigentümer. Im konkreten Fall des Wohnparks Alt-Erlaa im 23. Bezirk Wiens würde sich dies auf etwa 3.200 Zustimmungen belaufen. Fehlt auch nur eine einzige Unterschrift, kommt der Einbau nicht zustande. Das hat freilich nur Auswirkungen auf Mehrparteienhäuser sowie Wohnanlagen und tangiert Einfamilienhäuser nicht. Gleichwohl hat der Hauseigentümer zumindest bei der Installation von sogenannten Wallboxen einiges zu beachten. Die Aufgabe hauseigener Ladestationen ist es, den Wechselstrom in den für den Ladevorgang benötigten Gleichstrom umzuwandeln. Das Laden über Haushaltssteckdosen empfiehlt sich auf längere Sicht nicht, denn die damit verbundenen sehr langen Ladezeiten können zur Überlastung des häuslichen Stromkreislaufs und mitunter zum Steckdosenbrand führen. Sicherer wäre gleich eine sachgemäße Ausführung über einen Elektroinstallateur, dessen Leistung sogar bei manchen Versicherungen und Stromanbietern verpflichtend ist.

Trotz fachlicher Unterstützung erübrigt sich keineswegs eine eigene Vorbereitung. Hierbei hilft dem Anwender eine Vielzahl von Leitfäden, herausgegeben vom Österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Sie beleuchten etwa private Genehmigungsverfahren von Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge, stellen die rechtliche Ausgangssituation zum Umgang mit Ladeinfrastrukturen im baurechtlichen Genehmigungsprozess dar oder erklären anhand der Anleitung „Wie lade ich mein Elektroauto – Information für’s Laden in der Wohnung, Haus und Co.“ alles Wesentliche zu Technik, Fahrzeugmodellen, Reichweiten, Wirtschaftlichkeit oder Anträgen.

- Wien: ca. 709.288 PKW (Dez. 2018, statista), davon 2.650 rein batteriebetrieben, bis 2030 werden bis zu 81.000 E-Cars erwartet
- Rein batteriebetriebene Elektroautos in Österreich: 25.499
- E-Säulen in Wien: ca. 415 Ladestationen (öffentlich zugänglich), entspricht ca. 830 Ladepunkten zzgl. 750 halböffentliche Ladestationen. Bis 2020 sind weitere 1.000 öffentliche Ladestationen geplant (Bundesverband Elektromobilität Österreich, BEÖ)
- Fördermaßnahmen: 3.000 Euro Bezuschussung pro E-Fahrzeug (ausgeschlossen sind Fahrzeuge über 50.000 Euro), 200 Euro für Ladekabel, 200 Euro für eine Wallbox (Ein-/Zweifamilienhaus), 600 Euro für eine Wallbox (Mehrfamilienhaus), Schnellladestationen von 1.000–10.000 Euro Steuererleichterungen
- Kostenfreies Parken während des Ladevorganges, 15 min. nach Beendigung muss das E-Car den Parkplatz verlassen
- Verschiedene Maßnahmen im Rahmen des Wiener Fachkonzepts STEP 2025, Smart City Wien – E-Mobilitätsszenario 2030
- Förderprogramm Zero Emission Mobility, #mission2030 (integrierte Klima- und Energiestrategie)

Die gängigsten Stecker

- Standard in Deutschland: verschied. CEE-Typ-2 Stecker für Wechselstrom-Ladestationen mit 3, 7, 11 oder 22 kW
- Combo-Stecker Combined Charging System (CCS): als Ergänzung des Typ-2-Steckers gedacht für Schnellladestationen, unterstützt das Laden mit Wechsel-, aber auch Gleichstrom mit bis zu 170 kW
- CHAdeMO-Stecker: in Japan entwickelt, bisherige Kompatibilität mit Citroën, Honda, Kia, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Subaru, Tesla (mit Adapter) und Toyota
- Tesla Supercharger: Eine modifizierte Version des Mennekes-Stecker Typ 2. Diese erlauben eine Aufladung des Model S zu 80 % innerhalb von 30 Minuten bei einer Ladeleistung von bis zu 120 kW (Gleichstrom). Bisher keine Kompatibilität mit anderen Herstellern.

Ladekabel

- Mode 2: zum Anschluss an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose. Die Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladeanschluss übernimmt dabei eine Box, die zwischen dem Fahrzeugstecker und Anschlussstecker geschaltet ist (ICCB, in-cable control box).
- Mode 3: Verbindungskabel zwischen Ladestation und Elektroauto, üblicherweise mit Typ-2-Stecker (EU-Standard)



(Erschienen in CUBE Wien 03|19)

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