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Im Spiegel der Zeit

Die Villa Bunzl von Architekt Josef Frank hat einen neuen Kubus hinzubekommen

Die Villa Bunzl im grünen Cottageviertel ist das letzte Bauwerk, das nach den Plänen des... mehr

Die Villa Bunzl im grünen Cottageviertel ist das letzte Bauwerk, das nach den Plänen des Architekten Josef Frank in Wien errichtet wurde. Er selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits in Schweden. Dorthin war er 1933 emigriert. Der Protagonist und Mitbegründer der Wiener Moderne baute sich dort eine neue Karriere als Designer auf. Fast neunzig Jahre ist das nun schon her. Die Villa steht noch, jetzt sogar unter Denkmalschutz. Seit Neuestem erstrahlt sie in altem Glanz, dank einer aufwendigen Sanierung. Und im Zuge der Bauarbeiten wurde straßenseitig ein neuer Baukörper hinzugefügt. Als Solitär setzt sich der gläserne Kubus von seinem historischen Pendant ab, nimmt aber zugleich die schlichte Formensprache auf und entwickelt sie weiter.

Das lichtdurchflutete Obergeschoss des Neubaus lässt sich durch seine offene Grundrissstruktur auf vielfältige Weise nutzen. Auf 93 m² können sich Gäste ebenso wohlfühlen wie kreative Köpfe. Damit es trotz großer Glasflächen nicht zu heiß wird, gibt es eine Deckenkühlung und ausreichende Beschattung. Rankendes Grün wird den Sockel mit der Zeit umgeben und seinen kühlenden Beitrag in immer heißer werdenden Sommern leisten. Von der Kühle werden auch die Elektrofahrzeuge profitieren, die hier parken und aufgeladen werden. Moderne Technik wie diese ergänzt die bereits vorhandene Infrastruktur der Villa.

Trotz des Neubaus ist mit 900 m² noch viel Garten- und Außenfläche erhalten geblieben. Besondere Aufenthaltsqualität bietet der Patio der sanierten Villa, der mit einem Pool abschließt. Seine Steinmauer ist eines der zahlreichen Details, die erhalten geblieben sind. Sie tragen bei aller technischer Modernisierung, beispielsweise in Form von Luftwärmepumpen und Fußbodenheizung, den Charakter des Hauses weiter. Auf einer Fläche von 292 m² entwickelt sich in dem sanierten Altbau ein Raumprogramm, das den Anspruch des Architekten widerspiegelt: Dieser wollte nicht einfach Platz für Funktionen wie Essen, Schlafen oder Kochen schaffen, sondern Flächen nach Lust und Laune beleben. Dazu lädt nicht nur der offene Wohnraum ein, in dem ein offener Kamin viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auch Nischen oder Treppenpodeste bieten sich zum Verweilen oder als stiller Rückzugsort an. Ein  besonderer dieser versteckten Plätze liegt auf dem begrünten Dach des Erdgeschosses. Die Dachterrasse dort ist vom Obergeschoss aus zugänglich, das nur ein Schlafzimmer und dazugehörige Räume wie Ankleide und Bad aufnimmt. Mehr Entspannung geht eigentlich nur noch in der Sauna, die neu im Untergeschoss eingerichtet wurde. Lebensqualität spielt eben auch nach der Sanierung in dieser Villa eine entscheidende Rolle.

www.amb-development.at

Fotos:

Daniel Hawelka
www.danielhawelka.at

(Erschienen in CUBE Wien 03|23)