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Im Takt des Lichts

Die innere Uhr des Menschen ist ein hochsensibles Steuerungssystem

Jeder kennt das Phänomen und Wissenschaftler haben den Wahrheitsgehalt in zahlreichen Studien... mehr

Jeder kennt das Phänomen und Wissenschaftler haben den Wahrheitsgehalt in zahlreichen Studien weltweit nachgewiesen: An langen Frühlings- und Sommertagen fühlen wir uns aktiver, leistungsfähiger, sind besser gelaunt und seltener krank als in den dunklen Monaten des Jahres. Das Licht hat nachweislich großen Einfluss auf die Gesundheit. Über spezielle Sinneszellen im Auge beeinflusst es u.a. die Hormonausschüttung und die innere Uhr des Menschen - ein hochsensibles Steuerungssystem, das alle Körperfunktionen im 24-Stunden-Rhythmus koordiniert und aufeinander abstimmt. Ohne ausreichendes Licht funktioniert dieses System nicht - es kann zu Antriebsschwäche, Leistungsabfall bis hin zu Erkrankungen kommen. Fotorezeptoren auf der Netzhaut leiten das einfallende Licht ans Gehirn weiter und sorgen so dafür, dass die innere Uhr im Takt bleibt. Eine besonders effektive Wirkung erzielt dabei Licht mit hohen Blauanteilen.

Das Licht aus der Steckdose spielt bezogen auf den Verlauf der Menschheitsgeschichte erst seit vergleichsweise kurzer Zeit eine Rolle - den Homo sapiens gibt es seit rund 200.000 Jahren, das elektrische Licht hingegen erst seit etwa 150. Vor diesem Hintergrund ist es gut nachvollziehbar, dass das Tageslicht für den Menschen eine prägende Rolle spielt und die innere Uhr taktet - entsprechend der vorgegebenen natürlichen Rhythmen. Der Mensch hat den Wechsel von Tag und Nacht verinnerlicht. Die Fähigkeit, sich perfekt auf die Tageszeiten einzustellen, ist fest im Erbgut verankert. Evolutionsbiologisch betrachtet birgt dieser Rhythmus große Vorteile: tagsüber mussten unsere Vorfahren belastbar sein, um auf die Jagd zu gehen. Nachts brachte der Schlaf die nötige Erholung. Der moderne Mensch ist in den Industriegesellschaften beinahe rund um die Uhr im Einsatz, das Leben findet gerade in den Wintermonaten verstärkt in Innenräumen mit künstlicher Beleuchtung statt. Fehlt ausreichendes Licht, droht die innere Uhr aus dem Takt zu geraten. Egal ob im Büro oder in den eigenen vier Wänden, eine dynamische Beleuchtung, die sich am natürlichen Licht orientiert, kann die biologische Wirkung des Tageslichts nachahmen und so negativen Einflüssen auf die Gesundheit entgegen wirken. Eine bläulich-weiße Beleuchtung mit hohen Farbtemperaturen wirkt beispielsweise belebend, warmweiße Lichtfarben sorgen hingegen eher für Beruhigung. Die Wirkung von Licht auf den Menschen steht im Mittelpunkt vieler Forschungsansätze - gewonnene Erkenntnisse werden inzwischen auch in der Behandlung beziehungsweise Vorbeugung von Krankheiten erfolgreich eingesetzt.