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Echt Holz!

Gesundes Wohnen in moderner Architektursprache

Der erste Entwurf von Rudolf Zwinz, der selber als Schreinermeister tätig ist und eine Werkstatt... mehr

Der erste Entwurf von Rudolf Zwinz, der selber als Schreinermeister tätig ist und eine Werkstatt in der Stuttgarter Innenstadt führt, war klar inspiriert von der Klassischen Moderne, deren Stil der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sichtbar in den Häusern von Mies van der Rohe oder Bruno Taut wird. Der klar definierte Entwurf stammte aus der Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Frank Dollman und zeigte sich zunächst in einem Modell. Im Laufe der Zeit stellte der Bauherr aber fest, dass dieser Entwurf nicht zu seinem derzeitigen Lebenskonzept eines jungen Familienvaters passt. Ein gesundes Raumklima und der Wunsch nach einem Verzicht auf Bauchemie, neben den avisierten Baukosten für den geplanten Betonbau, ließen den Bauherrn den Entwurf überarbeiten. 18 Monate nahm er sich Zeit für eine intensive Recherche und Umplanung auf dem Weg zu einer überzeugenden Baukonstruktion mit einer entsprechenden Philosophie.

Bringt man diese auf den Punkt, dann drückt man sie am besten mit „Echt Zwinz!“ aus. Der Bauherr veränderte daraufhin die Aufgabenstellung für sich und seine acht Mitarbeiter nun dahingehend, dass er weitgehend mit Vollholz, hauptsächlich 30 cm Weißtanne ohne Leim und Kleber, arbeitete und seine Grundidee "alles aus einem Guss" zielgenau weiterverfolgte. Die Haltung, sehr konsequent nur Holz zu verarbeiten, macht dieses Projekt so einzigartig. Seine Vorbilder sind eindeutig in der Vorarlberger Architektur zu finden, die derzeit in Sachen innovative und nachhaltige Holzbausysteme die Vorreiter in Europa ist. Die Firma Rombach lieferte ihm mit dem Produkt „Nur-Holz“ 30 bis 80 mm starke Nadelholzlagen, die mit extrem getrockneten Laubholzschrauben zu Wand- Decken- und Dach-Vollholzelementen verbunden sind. Die statisch erforderliche Festigkeit entsteht dann, wenn diese Laubholzschrauben durch Aufnahme der Restfeuchte aufquellen und somit die kraftschlüssige Verbindung der einzelnen Schichten herstellen. Mit einer gezielten Holzauswahl der starken Wände (30 cm) und Decken (20 cm) erhielt der Bauherr ideale Endoberflächen. Natürlich hat der konsequente Planer auch an die Haustechnik gedacht. Kabel, Rohre und Bodenheizung sind in vordefinierten Aussparungen hinter der Sichtlage platziert. Auf der Fassade wurden Holzweichfaserplatten aufgebracht, die mit Silikat Außenputz beschichtet sind.

Der Grundriss des Gebäudes ist so gegliedert, dass man von der Straße in einen Eingang gelangt, der den Vorraum für das Atelier des Hausherrn bildet. Über eine Treppe wird man ins Erdgeschoss auf Gartenniveau geführt, in dem sich die Familie am meisten aufhält. Hier ist die Feuerstelle das zentrale Thema, um die sich alle Räume anordnen sollten. Auf der oberen Ebene befinden sich Schlaf- und Sanitärräume.

Und so hat Rudolf Zwinz das erreicht, was ihn auf diesen Planungsweg geführt hat: Ein gesundes Raumklima, Behaglichkeit, ausreichende Wärmedämmung, Speicherfähigkeit der Materials und eine sinnvolle CO2-Bilanz. Die Holzwände haben zudem zu erstaunlichen Finessen beim Möbeleinbau geführt. Die Hauswand wird zur Rückwand des einen Möbels oder bietet notwendigen Stauraum. Bei diesem Gebäude wird das Thema Nachhaltigkeit nicht nur geplant, wie auf vielen anderen Baustellen, auf denen es heute vorrangig um Zeit- und Kostenersparnis geht, sondern auch vorbildlich umgesetzt.

www.zwinz.de

Architekten: Architekturbüro Frank Dollmann www.dollmann-architekten.de Zwinz – Konzeption... mehr

Architekten:

Architekturbüro Frank Dollmann
www.dollmann-architekten.de
Zwinz – Konzeption für Raum und Möbel
www.zwinz.de

Fotos:

Andrea Nuding
www.andreanudingfotografie.com