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Wohnen unterm Kirchenschiff

Barrierefreie Wohnungen in der ehemaligen Markuskirche in Gelsenkirchen

Es ist wohl der besonderen Architektur des Gebäudeensembles zu verdanken, dass die Markuskirche... mehr

Es ist wohl der besonderen Architektur des Gebäudeensembles zu verdanken, dass die Markuskirche in Gelsenkirchen Hassel, bestehend aus Kirche, Turm, Gemeindehaus und Kindergarten nicht abgerissen wurde. Im Juli 2004 wurde sie als Baudenkmal in die Liste der Stadt aufgenommen. Heute ist sie zugleich ein denkwürdiges Beispiel für den positiven Umgang mit leerstehenden Kirchenbauten: Unter dem Kirchenschiff der Markuskirche sind nach einem Entwurf von zwo + Architekten öffentlich geförderte Wohnungen entstanden. Die evangelische Kirchengemeinde Trinitatis wollte als Bauherr ein Zeichen setzen: „Wir bleiben hier“. Wenn auch in veränderter Gestalt. Die 1950er-Jahre-Kirche, bestehend aus einer Stahlbetonstützenkonstruktion mit ausgemauerten Feldern und einer außenseitigen Klinkerverblendung, wurde im Inneren komplett entkernt. Es entstanden drei neue Ebenen, in denen neun, der insgesamt zehn Wohnungen zwischen 43 und 114 m² sowie das Treppenhaus mit Aufzug untergebracht sind. Im ersten Obergeschoss des Anbaus befindet sich oberhalb des Gemeindesaales eine weitere Wohnung. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei zugänglich und entsprechen den Anforderungen der sozialen Wohnraumförderung. Die Wohnungen im Erdgeschoss und zwei weitere Einheiten in den darüber liegenden Geschossen sind rollstuhlgerecht ausgeführt. Da die meisten Wohnungen zur Nordseite ausgerichtet sind, schnitten die Architekten bodentiefe Fensteröffnungen aus der Fassade heraus, die für ausreichend Tageslicht sorgen. Fenster im Dach bringen Licht in das zur Südseite ausgerichtete Treppenhaus. Die neuen Balkone steigern die Wohnqualität und fügen sich geschickt in die vorhandenen Rahmenelemente der Fassade ein. Als gemeinsamer Haupteingang der neuen Gebäudestruktur dient das vorhandene Kirchenportal an der Ostfassade. Eine weitere Erschließungsmöglichkeit bietet ein neu geschaffener Eingang in der Westfassade des Kirchenbaukörpers. So entsteht eine großzügige Erschließungsachse, die Tiefe und Höhe des Kirchenschiffes noch erlebbar macht. Sie lässt Blickbeziehungen in allen Ebenen zu und dient als kommunikativer Treffpunkt der Bewohner. Die Planer griffen die Materialität des Ziegelmauerwerks, den Rahmen aus Beton sowie die vertikalen Gestaltungsmerkmale der Fassade auf und ergänzten sie behutsam. Der ursprüngliche Charakter des Kirchenbaukörpers konnte so erhalten werden. Besonderer Blickfang ist das unter Denkmalschutz stehende, charakterprägende Markusfenster. Eine indirekte Beleuchtung macht es optisch von außen noch prägnanter.

www.zwoplus-architekten.de

Architekten: zwo + Architekten www.zwoplus-architekten.de Fotos: Peter Stockhausen... mehr

Architekten:

zwo + Architekten
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Fotos:

Peter Stockhausen
www.peter-stockhausen.de