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Wie aus einem Guss

Der Erweiterungsbau für das Museum Küppersmühle im Duisburger Hafen ist vollendet

Das jahrelange Warten hat sich gelohnt. Mit Fertigstellung des Erweiterungsbaus präsentiert sich... mehr

Das jahrelange Warten hat sich gelohnt. Mit Fertigstellung des Erweiterungsbaus präsentiert sich das Museum Küppersmühle nun in vollkommener Harmonie. Es ist der zweite Entwurf des renommierten Architekturbüros Herzog & de Meuron aus dem Jahr 2008, der nun umgesetzt wurde und der sich an den Baudenkmälern des Innenhafens orientiert. Die Schweizer Architekten gestalteten bereits die Speicherflächen in Ausstellungsräume um und erweiterten das Museum nach zehnjähriger Planungs- und Baugeschichte nun durch den Neubau um weitere 2.500 m², verteilt auf vier oberirdische Geschosse und ein Untergeschoss.

Die Stahlsilos blieben als wichtiger Bestandteil des Industriedenkmals erhalten. Sie übernehmen die Funktion als Erschließungselement und verbinden die bestehenden mit den neuen Ausstellungsräumen über Brücken im ersten und zweiten Obergeschoss. Innen wurden sechs Innensilos entfernt und die Decke über dem Erdgeschoss geöffnet, wodurch ein spektakuläres Raumerlebnis entstand. Das Haupttreppenhaus ist nun als gewendelte Sichtbetontreppe aus rot gefärbtem Beton an das bestehende Treppenhaus angeknüpft. Dass der Komplex aus historischen und neuen Gebäudeelementen wie aus einem Guss wirkt, ist insbesondere dem Mauerwerk zu verdanken. Der Fassadenklinker Breno FKS (Fußsortierung, Kohlebrand und Salzglasur) von Gima in einer besonderen Abmessung, der mittig gebrochen verarbeitet wurde, verleiht der Fassade mit den langen vertikalen Fensteröffnungen seine unverwechselbare Struktur. Die Klinker wurden leicht gedreht verbaut, was der Fassade Lebendigkeit verleiht. Die besondere Herausforderung: Das gewünschte Farbspiel sollte nicht nur außen, sondern auch innen erreicht werden. Diese Aufgabe erforderte einen langjährigen Entwicklungsprozess zwischen den Architekten und den Ziegelspezialisten. Bemusterungen, Besuche im niederbayerischen Werk und großformatige Musterwände waren bis zur finalen Entscheidung für den perfekten Ziegel vorangegangen. Ein besonderes Detail der Fassade ist der abgesetzte Schriftzug „Küppersmühle“ an dem geschrenkten Mauerwerk der Ostfassade. Allein hierfür wurden 1.000 Klinker in millimetergenauer Planung handgeschliffen und verbaut. Dank ihrer glatten Oberfläche setzen sie sich optisch markant von dem lebendigen Fassadenbild aus gebrochenen Klinkern ab.

www.herzogdemeuron.com
www.gima-ziegel.de

Fotos:

Jörg Seiler
joergseiler.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 02|21)

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