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Von der Kohle zu Katalyse

Im Spannungsfeld zwischen Historie und Zukunft

1912 als „Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlen­forschung“ gegründet, feiert das heutige... mehr

1912 als „Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlen­forschung“ gegründet, feiert das heutige „Max-Planck-Institut für Kohlenforschung“ im nächsten Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Nachdem der Zweck des Gebäudes lange Zeit in der wissenschaftlichen Erforschung der Kohle zu gemeinem Nutzen lag, beschäftigen sich die Institutseinrichtungen heute hauptsächlich mit Katalyse, dem Forschungsfeld, das weltweit als Schlüsseltechnologie für nachhaltige Chemie der Zukunft gilt.

In diesem Spannungsfeld von Geschichte, Forschung und Zukunft steht der Neubau für das Hörsaalgebäude, das in zweieinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit entstand. Zwischen dem Verwaltungsgebäude und einem unter Denkmalschutz stehenden Altbau ersetzt es an gleicher Stelle das vorherige Hörsaalgebäude. Neben der Unterbringung der Funktionsbereiche Hörsaal, Seminar- und Ausstellungsräume bildet der zweigeschossige Neubau zudem den neuen öffentlichen Haupteingang des Instituts aus.

Der Neubau fügt sich sensibel in den Bestand ein und präsentiert sich als ein aus Kuben zusammengesetztes Gebäude. In dem mit Naturstein verkleideten Quader, der Hörsaal- und Seminarräume beinhaltet, ist ein gläserner Baukörper angedockt. Hier sind Ausstellungs- und Aufenthaltsbereiche untergebracht. Der stehende Quader ist im Vergleich zu den Bestandsbauten straßenseitig zurückgesetzt, wobei der eingefügte Glaskubus zur Straße hin um 3,85 Meter auskragt.
Als Ausdruck der zukunftsgerichteten Unter­nehmensphilosophie sollte das Institut mit dem Neubau nicht nur ein modernes Hörsaalgebäude erhalten, sondern auch einen neuen Haupteingang. Seit der Fertigstellung im Frühjahr letzten Jahres betreten Besucher und Mitarbeiter das Institut also durch den Haupteingang an der Lembkestraße und gelangen unmittelbar in die lichtdurchflutete Eingangshalle mit Empfangs- und Wartebereich.
Die filigrane Formensprache des äußeren Er­schei­nungsbildes wurde im Inneren fortge­schrieben. Weiß gespachtelte Wände, graue Fein­stein- und Linoleumfußbodenbeläge und rot-orangefarbenes Mobiliar akzentuieren den großzügigen Innen­raum. Im Eingangsfoyer bildet eine rote MDF-Wand hinter dem dunkel­grauen Empfangstresen einen
farblichen Orien­tierungspunkt. Die Farben Rot und Orange symbolisieren in Anlehnung an Kohle das Element Feuer und stehen in bewusstem Kontrast zum ansonsten zurückhaltenden Farbkonzept.
Im Frühjahr 2011 wurde das neue Hörsaalgebäude mit dem BDA Preis „Auszeichnung guter Bauten“ der Stadt Mülheim an der Ruhr geehrt. In der Begründung dazu hieß es: „Die komplexe Auf­gabe, den Hörsaal mit den Bestandgebäude zu verbinden, ist technisch, architektonisch und städtebaulich sehr überzeugend umgesetzt worden. Gleiches gilt für die Details, die sich oft erst auf den zweiten Blick erschließen und sowohl planerisch als auch handwerklich auf hohem Niveau gelöst sind.“

www.hpp.com

Architekten HPP www.hpp.com Fotos Jochen Stüber www.objektfotografie-stueber.de mehr