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Von der Kaue zum Büro

Denkmalgerechter Umbau der Kaue der Kokerei Zollverein

Das Kokereiareal im nordwestlich gelegenen Bereich des UNESCO-Welterbes Zollverein hat die RAG... mehr

Das Kokereiareal im nordwestlich gelegenen Bereich des UNESCO-Welterbes Zollverein hat die RAG Montan Immobilien GmbH im Laufe mehrerer Jahre zu einem hochwertigen Büroimmobilienstandort entwickelt. In sechs denkmalgeschützten Gebäuden der ehemaligen Kokerei sowie in zwei Neubauten wurden Büroflächen mit über 22.000 m2 Bruttogrundfläche (BGF) realisiert. Auch der RAG Montan Immobilien Unternehmenssitz sowie die neue Hauptverwaltung der RAG-Stiftung und der RAG Aktiengesellschaft befinden sich dort. Mit der Sanierung der ehemaligen Kaue (Wasch- und Umkleideraum) am früheren Haupteingang der Kokerei ist der Umbau des Areals abgeschlossen. GMR Architekten aus Gelsenkirchen haben dort unter der Vorgabe des Erhalts der „Dreischiffigkeit“ des Gebäudes – Schwarzkaue zur Straßenseite, Waschkaue in der Mittelzone und Weißkaue zum Innenhof – auf zwei Etagen Büros mit rund 2.300 m2 BGF geschaffen.

Alle geplanten Umbauarbeiten stimmten Bauherr und Architekten aufgrund des Welterbestatus im Vorfeld mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und der Abteilung Denkmalschutz der Bezirksregierung Düsseldorf ab. Der Kauenumbau stellte sich dabei als architektonisch und denkmaltechnisch anspruchsvolles Projekt dar. „Ziel war es, im Innern des Gebäudes typische Elemente der Kaue zu erhalten. Außen sollten sich die genehmigten Umbaumaßnahmen in Form und Farbgebung an die Ursprungsplanung der Industriearchitekten Fritz Schupp und Martin Kremmer aus den 1930er-Jahren anlehnen“, erläutert Architekt Sascha Potrafke. Auch die Kokerei Zollverein, die erst zwischen 1957 und 1961 gebaut wurde, richtete sich nach den Kriterien der „Neuen Sachlichkeit“. Das kathedralenartige, etwa 20 m breite und 60 m lange Gebäude erstrahlt nun in neuem Glanz. An die einzigartige Industriegeschichte des Gebäudes erinnert von außen die sanierte rote Ziegelfassade mit den langen schmalen Fensterfronten. Im Inneren haben GMR Architekten zahlreiche architektonische Details erhalten und in den modernen Bürobau integriert: In einem Teilbereich erhielten sie die originale Kaue mit Kauenbank und Haken für die Kauenkörbe unter der Decke. Um die 5,60 m Originalhöhe der Schwarzkaue zu erhalten, wurde eine Galerieebene, durch die neue Büroräume geschaffen wurden, eingezogen. Eine Brücke lädt zum Blick auf das erhaltene Kauenensemble ein. In den Besprechungsräumen mit modernster Netzwerk- und Beleuchtungstechnik sind die typischen weißen Kauenfliesen mit integrierten Seifenschalen zu sehen. Der Raum des ehemaligen Kauenwärters mit seiner erhöhten Plattform mit Sichtverbindung in den Waschbereich wurde zum Technik- und Druckerraum umfunktioniert. Neben den Denkmalschutzvorgaben war die Schadstoffsanierung der Boden- und Wandflächen die zweite große Herausforderung.


www.gmr-architekten.de
www.rag-montan-immobilien.de

Fotos:
RAG Montan Immobilien,
Thomas Stachelhaus
www.fotostachelhaus.de

(Erschienen in CUBE Ruhrgebiet 03|21)





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